Fäulnis – Snuff//Hiroshima

Fäulnis - SnuffHiroshima

Snuff//Hiroshima“ (2014) ist das dritte Studioalbum der Hamburger Black Metal-Band Fäulnis, welche Black Metal mit Elementen aus Doom und Punk Rock mischen und dadurch einen sehr eigenen Sound kreieren (sie nennen es BlackDoomPunkRock), der dazu sehr gut produziert wurde. Los geht’s mit „Grauen„, das zudem das längste Stück des Albums darstellt. Während Seuche (Sänger und Chef) seine Texte ins Mikrofon schreit, das ist übrigens der Punk-Teil im Sound, liefern die Jungs an den Instrumenten etwas doomigen Black Metal/Black’n’Roll. Von Beginn an steht fest: Mir fällt keine vergleichbare Band ein. Fäulnis wechseln immer wieder zwischen aggressiven Hau-drauf-Parts und ruhigen/melancholischen Passagen. Der zweite Song „Weil wegen Verachtung“ landete bereits als Musikvideo knapp eine Woche vor der Veröffentlichung auf Youtube und klingt leicht aggressiver als sein Vorgänger, was sich auch in den „kriegerischen“ Lyrics über Wut und Verzweiflung wiederfindet. Das anschließende „Distanzmensch, verdammter“ lässt die DSBM-Vorwürfe gerechtfertigt wirken und das mag stellenweise auch stimmen, betrachtet man das Album jedoch als ganzes, dröhnt mehr aus den Boxen als reiner DSBM. Bei „Abgrundtief“ wird danach ordentlich in der Stilmittel-Kiste gewühlt und der doomfaktor wird nach oben geschraubt, bevor bei „Paranoia“ ganz tief in die Psyche eines Paranoiden geschaut wird. Passend hierzu klingen die Vocals gequälter als normal und werden stellenweise chorisch dargeboten. Bei „Durch die Nacht mit…“ wird es sehr ruhig und langsam, die Vocals bleiben aber gewohnt aggressiv. Es bildet den ruhigsten Song der Platte. Beim nachfolgenden „In Ohnmacht“ handelt es sich um einen Auszug aus einer gleichnamigen Erzählung Seuches und wird dementsprechend erzählend vorgetragen. Musikalisch ist es wenig schneller als „Durch die Nacht mit…„. Die beiden abschließenden Songs („Atomkinder und Vogelmenschen“ und „Hiroshima„) befassen sich mit der Stadt Hiroshima, welche Seuche bereiste und dem Leid, das dort herrschte. Bei Beiden wechseln sich ruhige, melodische Parts mit aggressiveren Stellen ab. Dieses Album ist aufgrund seiner stilistischen Einzigartigkeit sowie der tiefsinnigen Texte absolut empfehlenswert…wenn man nicht mit Scheuklappen durch die Gegend läuft.

Anspieltipps:

Weil wegen Verachtung

Distanzmensch, verdammter

Links:

Homepage    Facebook    Youtube    Soundcloud    ReverbNation    Metal-Archives

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Eine Antwort zu “Fäulnis – Snuff//Hiroshima

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