Resurrecturis – Nazienda

Resurrecturis - Nazienda

Manchmal soll es wohl einfach nicht sein. So wie bei Resurrecturis. Die Italiener sind mittlerweile seit 26 Jahren aktiv (ein Gründungsmitglied ist auch noch am Start), aber so wirklich erfolgreich wurden die Jungs nie. Ihr neuster Output, namentlich „Nazienda“ (zusammengesetzt aus “Nazi“ und “azienda”, was Unternehmen in Italienisch bedeutet) wird daran wahrscheinlich auch nichts ändern. Dafür schwimmt das Album zu stark gegen den Strom. (Wer ein Video zum kürzesten Song des Albums dreht, ist entweder verrückt, oder hatte nicht genug Geld für ein längeres)

Gleich vorweg für alle, die das Artwork sahen und auf Post Rock oder ähnliches hoffen. Resurrecturis spielen Death Metal und zwar die sehr progressive und mit tonnenweise Einflüssen vollgepackte Variante. Dazu handelt es sich bei „Nazienda“ um ein Konzeptalbum, das den Arbeitsalltag eines Büroangestellten chronologisch abarbeitet und sich damit in Gefilde wagt, die sonst nicht vom Metal berührt werden: Der öde Alltag. Glücklicherweise ist der Rest des Albums alles andere als Öde. Ruhig ist der Einstieg mit Akustikgitarre und Klargesang, bis im 2. Song der Wecker klingelt und ein vertracktes Riff das nächste jagt, unterbrochen von wenigen Erholungspausen. Spielerisch beherrschen die Jungs ihre Instrumente absolut einwandfrei und auch die Vocals (sowohl Growls als auch Clean) sitzen zu jeder Zeit. Haben ja auch im letzten viertel Jahrhundert genug Zeit zum Üben gehabt. Aber die extrem progressive Spielweise verlangt einiges vom Hörer ab und ist anfangs bereits nach 4 Songs anstrengend. Das Album braucht Zeit und die sollte man ihm geben, denn dann hört man auch die Feinheiten, die das Album ausmachen. Filigrane Melodien in den Vocals, ein Refrain, den man sogar mitsingen könnte. Jeder Song ist individuell an den thematisierten Tagesabschnitt angepasst und führt zu einem wundervollen Konzeptwerk.

Resurrecturis dürften mit „Nazienda“ viel überfordern, wer sich allerdings auf das Album einlässt und außerhalb geltender Death Metal-Normen denkt, der dürfte, wenn er sich die Zeit nimmt, ein großartiges progressives Gesamtkunstwerk belauschen, das der Band allerdings nicht zum Durchbruch verhelfen wird. Das dürfte sie aber nicht zu arg stören.

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