Festung Nebelburg – Zwischen den Jahren

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Es ist tiefster Winter, draußen beherrschen Nebel und Raureif die Natur, die Raunächte kamen  mit all ihrer Mystik, da fehlt nur noch der passende Soundtrack. Den lieferte vor fast genau einem Jahr der Bayer Nattulv mit dem neuen Album seines Projekts Festung Nebelburg, das sich genau diesem Thema verschrieben hat und so liefert „Zwischen den Jahren“ 9 Songs, die diese 12 Nächte in Töne gießen.

Bereits beim einsteigenden „Prolog“ wird die Marschrichtung des Albums festgelegt, Black Metal trifft auf ordentlich epische mehrstimmige Vocals und einen dicken Pagan-Einschlag, dem durch eine Prise Punk, wie Nattulv es nennt, das gewisse Etwas dazubekommt. Frostige Riffs wechseln sich ständig mit großen Melodielinien ab, die dem Album etwas Mystisches hinzufügen, bevor sich hier und da ein kleiner groovender Abschnitt einschleicht oder er in ruhige Akustikmomente abdriftet. Dabei bleiben die schaffen es die Instrumente eine kühle, aber sehr natürliche Atmosphäre zu kreieren, die im eher warmen Klargesang einen netten Kontrastpunkt finden. Wo wir schon beim Gesang sind…der ist wirklich das markanteste Stilmittel der Band, wenn er auch instrumentell eigene Wege geht, so stehen die Vocals doch stark im Zentrum. Dabei dominiert der epische sehr melodische Klargesang, der mich an eine Mischung aus Menhir, Frei.Wild und Sportfreunde Stiller. Dazu wird dieser gelegentlich durch mehrere Stimmen, darunter auch frostige Screams, im Hintergrund unterstützt und ein großartiges Gesamtbild abgibt. Doch die seltenen Momente in denen lediglich Screams zu hören sind (wie in „Perchtenlauf„) wissen durch kühle Aggression zu gefallen. Der einzige große Kritikpunkt des Albums wird von vielen in der fehlenden Abwechslung gesehen, da alle Songs sehr ähnlich aufgebaut sind und klingen. Aber warum auch nicht? Es passt alles super zueinander und gerade wenn es kurz davor ist langweilig zu werden, wirft der gute Herr Nattulv einen chorischen Moment oder ein fetziges Riff in den Raum das dem Album neuen Schwung gibt…und dann gibt es ja auch noch „I hob drammt“ dessen bayrische Lyrics erstaunlich gut ins Album und zur Musik passen so dass der Ruf nach mehr in die Richtung laut werden könnte. Und so endet „Zwischen den Jahren“ das Album so wie es auch begann, mit einem allgemeineren Text zu den 12 Nächten zwischen den Jahren.

10 Jahre hat sich Nattulv für das zweite Album von Festung Nebelburg Zeit gelassen und liefert mit „Zwischen den Jahren“ ein durchweg sehr starkes Album ab, das epischen Pagan Metal, kühlen Black Metal und etwas Punk in ein mystisches und melodisches Energiebündel verpackt, das seiner Linie immer treu bleibt, aber durch gezielte Ausbrüche nicht langweilig wird und den Soundtrack liefert, der noch einige Raunächte nachhallen wird.

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