Nemesis Sopor – MMXL

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Nemesis Sopor, 2008 gegründet haute diese Dresdner Kapelle dieses Jahr mit „MMXL„ihr drittes Album raus und bewegt sich dabei irgendwo zwischen belanglos und intensivem Hörerlebnis liegen. Richtig festlegen will man sich auf keins der Beiden und es schwankt auch immer wieder von einer zur anderen Seite und zurück.

Der Sound des Albums ist sehr gut, jedes Instrument kommt ausreichend zur Geltung, der Gesang ist laut genug und Störgeräusche lassen sich kaum bis gar nicht ausmachen. Musikalisch gehen die Jungs auf Entdeckungsreise und nutzen atmosphärischen und melodischen (fast schon Post-) Black Metal als Antrieb wobei die Band sich an der Gratwanderung zwischen abwechslungsreichem Songwriting und sich stetig wiederholenden Elementen versucht, die leider nicht ganz aufgeht. Die Band schafft es durch klirrende Gitarrenwände eine intensive Atmosphäre aufzubauen, die durch Bass und Drums weiter verdichtet wird und den Hörer immer wieder durch progressive oder akustische Ausreißer gefangen nimmt, dazu liefern das düstere Keifen des Sängers, das immer wieder zum Flüstern wird, weiter positive Akzente und auch die Tempowechsel sitzen und machen Spaß und die Band bringt immer wieder durch helle Riffs (entweder im Hintergrund oder den ruhigeren Passagen) eine sehr verträumte Komponente in den Sound. Aber bei Songs, die auch gerne mal an der 10- oder sogar 15-Minuten-Marke kratzen wie „Untertan“ oder „Atarax„, erfordert es viel Fingerspitzengefühl um hintenraus nicht langweilig zu werden und das schaffen die Jungs leider nicht ganz. Immer wieder schleichen sich kleine Längen ein, die dann auch wieder der Atmosphäre schaden. Ansonsten gibt sich die Band Mühe und schafft was sie erreichen will und gerade der Titeltrack beweist eindrucksvoll, dass auch 7 Minuten völlig ausreichen um zum Einen ordentlich Abzureißen und zum Anderen düster und energiegeladen daherzukommen. Darauf sollte man sich in Zukunft am Besten etwas mehr besinnen oder alternativ am „Langstreckensongwriting“ arbeiten. Auf „Glas“ hat es doch auch geklappt.

MMXL“ ist bei weitem kein schlechtes Album, es ist über weite Teile sogar sehr gut, kombiniert eine ordentliche Schippe Träumerei und Raserei zu einem stimmigen Ganzen, das immer wieder melancholische Auswüchse annimmt, schwächelt allerdings in den längeren Songs, wird immer wieder etwas zäh und fad. Beim Vorgänger hatten die Jungs das besser im Griff und ich hoffe, dass sie das wiederfinden. Nichtsdestotrotz ist „MMXL“ mindestens ein Ohr wert, gerade wenn man auf intensiven und emotionalen (nicht depressiven) Black Metal steht.

Links:

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