Last Moon’s Dawn – Absence

Last Moon's Dawn - Absence

Endlich. Ich hatte bereits alle Hoffnung darauf, dass dieser Tag irgendwann kommen würde, im Sande begraben, so wie das wohl auch die Meisten bei Tool getan haben. Doch nun, 8,5 Jahre nach ihrem ersten und einzigen Demo „Episodes of the Dawn„, welches ich bis heute sehr mag, melden sich die Niedersachsen von Last Moon’s Dawn mit ihrem Debüt-Album „Absence“ zurück. Bleibt zu hoffen, dass der Titel mehr auf die Zeit vor dem Album als auf die Zeit danach anspielt, denn die Band klingt stark und frisch wie…naja…lange nicht…

Was mich an ihrem Demo sehr fasziniert hat, war die Tatsache, dass es gleichsam kraftvoll und zerbrechlich daher kam und sowohl die „männliche“ Seite des Metal durch kraftvollen und rohen Dark Metal repräsentierte, aber auch „das Kind im Mann“ durch seine symphonischen Elemente stimmte, die melodisch, zart und verspielt daher kommen und ganz ganz leichte Assoziationen mit den bezaubernden Soundtracks von Zeichentrickfilmen wie Das letzte Einhorn oder Chihiro weckten. Da darf auch der härteste Metaller mal etwas träumen und in Erinnerungen schwelgen. Genau dasselbe gelingt der Band nun auch auf „Absence„, immer wieder finden sich Melodien, die mir sehr vertraut vorkommen (ich aber beim besten Willen nicht sagen kann, woher) und das ganze Album lädt zum Träumen ein. Doch liegen etliche Jahre zwischen den beiden Alben und das hört man auch sehr deutlich, denn der Sound ist kaum mehr vergleichbar, die Symphonic-Elemente wurden zurückgefahren, die Produktion fetter und insgesamt gehen die Songs kraftvoller nach vorne. Die Band beherrscht es Raserei mit Blast Beats und furiosen Riffs, dazu harsche, emotionsgeladene Screams abzufeuern und im nächsten Moment das Tempo zu drosseln, eine Dicke Schippe Melodie in den Sound zu mischen und die Songs in eine sehr melancholische, bisweilen trauernde Region zu schieben, die auch mal komplett das Tempo drosseln und auch immer wieder Klargesang zulassen. Diese zwei Herangehensweisen sind die Kernessenz des Albums, aber man sollte es nicht darauf beschränken, denn es bietet mehr als das. „Darken“ kommt beispielsweise als düster folkige Ballade daher, „All in Vain“ wartet mit leichten Industrial-Einflüssen auf und immer wieder wird das Album durch düstere Synthesizer oder Piano-Einlagen erweitert. Dabei überladen Last Moon’s Dawn das Album nicht, sondern setzen nur immer wieder kleine Akzente, wodurch das Album insgesamt zu einer sehr einheitlichen Sache wird und mit Songs, die aufeinander aufbauen, in seinem Verlauf unglaublich wächst.

Eindrucksvoller als mit „Absence“ hätte die Rückkehr von Last Moon’s Dawn gar nicht ausfallen können. Die Band nimmt die Idee und Stimmung des Demos auf und verwandelt sie in ausgereifterer und kraftvollerer Form in düsteren, verträumten, melancholischen und sehr intensiven Dark Metal mit Hang zum Post-Black und einem Album, das keine wirklichen Schwächen zeigt. Weiter so!

Links:

Facebook    Instagram    Metal-Archives    Shop

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s