Blyh – Transparent to the World

Blyh - Transparent to the World

Stellt euch vor ihr macht Musik und keiner hört zu. Blyh geht es momentan genau so, denn obwohl sie mit „Transparent to the World“ ein ziemlich starkes Debüt im Rücken haben, blieben sie zumindest im deutschsprachigen Raum bis jetzt völlig unbeachtet. Lediglich aus dem Ausland tropften einige Reviews und Lobpreisungen rein, aber das soll sich nun hier ändern.

Mit seinen 5 Songs füllt die Band locker 45 Minuten, was bereits darauf hindeutet, dass man es hier wohl mit einem Album zu tun hat, das viel Wert auf den Aufbau von Atmosphäre legt. Wer da allerdings an weichgespülte Musik denkt, der wird schnell eines Besseren belehrt. Die Band feuert immer wieder rohe und aggressive Riffs aus dem Handgelenk, die mit Blasts und furiosen, frostigen Schreien den Gehörgang freiräumen. Das wechselt sich allerdings immer wieder mit ruhigeren, sehr melodischen Parts ab, die dann auch gerne mal komplett instrumental daherkommen bis dann doomige Langsamkeit kurz dominiert und die Stimmung nach unten schraubt. Dabei klingt die Band trotz einiger klassischer Momente immer sehr modern, setzt viel auf Melodien, wenn auch die Aggression nie abhanden kommt und hat immer einen ganz leichten Hauch von Post-Black und Avantgarde in der Hinterhand, der zwar hörbar, aber nicht dominant ist. Gerade das ist es wohl auch, was das Album derart intensiv und hypnotisierend macht, die Atmosphäre zu dem dichten schwarzen Klotz macht, die sie ist und den Hörer regelrecht gefangen nimmt. Zu guter Letzt zeigen Blyh mit dem Songs: Ohia-Cover „Tigress„, dass ihre Inspiration und Hörgewohnheiten sich keine Schranken setzen und auch mal Indie/Folk auf dem Plattenteller landet, auch wenn sie es hier in den Bandsound kleiden.

Was Blyh hier vom Stapel lassen ist ein extrem intensives und dichtes Monster, dass Grenzen ignoriert und dadurch frisch und eigenwillig klingt. Aggression trifft Melodie, ein Hauch von Post und Avantgarde verdichten die Atmosphäre bis es kein Entkommen mehr gibt und hinterlassen einen Hörer, der am Ende zwar nicht genau weiß was ihn gerade überfahren hat, aber der langsam wieder zu sich kommend, erneut auf Play drückt. „Transparent to the World“ ist modern und extrem stark. Eine Schande, dass die Band hierzulande noch unter jedem Radar fliegt. An der Musik kanns nicht liegen.

Links:

Bandcamp    Facebook    Homepage    Metal-Archives    Soundcloud    Youtube

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