Die Schwarze Sonne – Heiliges Nichtsein

Front

Die Schwarze Sonne scheint in Finnland, nennt sich selbst Pestengel und verbringt seine Freizeit offenbar mit dem Musizieren und dem Studium der deutschen Sprache. Das dürfte zumindest erklären, warum die Lyrics, die natürlich auf Deutsch verfasst sind, grammatikalisch deutlich höher angesiedelt ist, als das was aus dem Ausland (und teilweise Inland…) sonst so an Sprachverstümmelungen entwächst. Mit „Heiliges Nichtsein“ bringt das Einmannprojekt nun sein 2. Album heraus.

Musikalisch lässt der werte Herr Pestengel, seinem Namen gerecht werdend, die Pest über den Hörer strömen, liefert ruppigen, räudigen Black Metal, der häufig in die Atmospheric-Ecke schielt, aber hauptsächlich rumpelnd seinen Hass verbreitet. Dabei ist der Sound ziemlich ordentlich, die Gitarren kratzen leicht und die Vocals haben eine sehr rohe Note mit Übersteuern und deutlichem Kratzen, was ich persönlich immer sehr schätze. Immer wieder wird das Tempo rausgenommen, ein kleines düsteres Intermezzo eingefügt oder durch verschiedene Einflüsse und andere Spielarten das Material frisch und atmosphärisch gestaltet. Dabei stellt auch das Keyboard einen zentralen Bestandteil der meisten Songs dar, das eine gewisse Melancholität und Spiritualität beiträgt, den Songs allerdings nicht aufgezwungen wird, sondern sich eher im Hintergrund hält. Durch und durch ist „Heiliges Nichtsein“ ein sehr gelungenes Album, denn vom Drumming, das mal wild vor sich hin blastet und mal einen langsam stampfenden Rhythmus vorgibt, über die Riffs, die sich düster aus den Boxen schieben und dabei vom Bass tatkräftig unterstützt werden, wodurch die Stimmung noch etwas gesenkt wird, bis zu den Vocals, die sich meist als rohes, durch die schlechte Produktion verzerrte Screams an den Trommelfällen nagen, aber hin und wieder auch in tieferen Growls oder sogar etwas orientalisch anmutenden Klargesang (z.B. „Abschied„) ausarten können.

Die Schwarze Sonne aka Pestengel zeigt sich auf „Heiliges Nichtsein“ von seiner besten Seite und kombiniert raue, gehässige Vocals mit gut performten Black Metal, mit dickem Sound, der sich durch bunte Vielfalt (im Black Metal vermutlich grau-abstufungen 😉 ) frisch und lebendig zeigt, dabei ordentlich Kraft und Hass in sich trägt und diesen mit Melancholie und Naturverbundenheit kombiniert und dadurch ein richtig starkes Album hinterlässt. Bonuspunkte für die saubere Grammatik 😉

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