Assacrentis – Colossal Destruction

Assacrentis - Colossal Destruction

Mit Assacrentis geht es mal nach Frankreich, genauer nach Nizza und damit an die Côte d’Azur. Wunderschönes Fleckchen Erde, das allerdings von Assacrentis bereits seit 1999 umgegraben wird. Dabei entstand ein Demo bevor sich die Band 2008 erstmal zu Ruhe legte. 2012 kehrte sie zurück und verarbeitete auf ihrem Debüt erstmal alte Song-Ideen, die teilweise auch schon aufgenommen waren. 4 Jahre später steht mit „Colossal Destruction“ der zweite Streich der 4 Herren an, der doch in eine etwas andere Kerbe schlägt.

Mit seinen 8 Songs liefert das Album eine gute dreiviertel Stunde Mucke, die meist ziemlich kompromisslos nach vorne heizt. Was früher noch als Melodic Black Metal durchging, entwickelte sich zu einem rasanten Monster, das brachial und diabolisch Gas gibt. Ein fast konstanter Reigen aus Blast Beats hämmern aus den Lautsprechern und treiben die Gitarren zu immer neuen Höhen an, die weniger melodisch als auf dem Debüt erklingen, dafür mit sägenden Riffs und hier und da leicht groovenden Momenten die Aggression noch etwas zügeln und dem Album ein Gesicht geben. Da helfen auch die Basslinien, die zwar recht leise sind, aber dem ganzen noch etwas Tiefe beisteuern. Hier und da wird minimal an Tempo rausgenommen um Platz für ein schickes Gitarrensolo zu schaffen oder mit einem Hauch Atmosphäre auf den nächsten Sturm vorzubereiten. Wer seinen Black Metal kompromisslos braucht, der wird hier sicher glücklich werden. Zu aggressiver Musik passen aggressive Vocals und Lyrics und so singt Bandgründer, Gitarrist und Schreihals Dagoth mit harschen, aber ziemlich klaren Schreien über den Weltuntergang, Tod, Verzweiflung und ein gesundes Maß Sozialkritik, die heutzutage mehr oder weniger direkt immer irgendwie dabei ist. Interessant ist da die Art der Texte, die oft nicht auf wirkliche Texte setzen mehr collagenhaft einzelne Wörter oder kurze Wortgruppen aneinanderreihen. Das passt zur Musik, denn wenn man nur ein Wort betonen muss, kann man da natürlich mehr Aggression und Energie hineinfließen lassen.

Assacrentis knüppeln auf ihrem zweiten Album ordentlich, lassen ihren Black Metal geradezu über den Hörer hinwegfegen, lassen aber auch immer wieder kurz Platz für Soli, Melodien oder kurze Päuschen was dem doch sehr einheitlichen Album etwas Luft zum Atmen und ein paar Akzente hinzufügt. Nichtsdestotrotz ist „Colossal Destruction“ ein gutes Album, das mit Aggression punkten kann, ordentlich kühl und klirrend vor sich hin rifft und immer ins Ziel trifft. Der Albumname ist Programm.

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