Joyless Euphoria – Joyless Euphoria

Cover

Nach den letzten Auslandseinsätzen geht es mit den Post-Blackern Joyless Euphoria zumindest wieder in den deutschsprachigen Raum, genauer gesagt nach Wien im schönen Österreich. Wer bei Post-Black und Wien sofort an Harakiri for the Sky denken muss….der hat in Erdkunde gut aufgepasst, aber das lässt sich musikalisch nicht 1 zu 1 ummünzen, denn Joyless Euphoria gehen auf dem selbstbetitelten Debüt in eine doch recht eigene Richtung.

Das Debüt der Österreicher wartet mit 5 Songs auf, die aber durch ihre Überlänge von meist 9 bis 12 Minuten auf fast 50 Minuten kommen und damit ordentlich was an Platz füllen müssen. Klar, die klassischen Post-Black Metal-Trademarks sind bei den Jungs vorhanden, schaffen es aber sich durch eine rohe Produktion vom eher glattpolierten Groß der Szene abzusetzen, was ziemlich erfrischend ist. Eine rohe Gitarrenwand dominiert das Bild aus der sich stets einzelne Melodie lösen und das Album in eine sehr melancholische und verträumte Ecke schieben, zeigt aber auch immer wieder ordentlich Kante, wodurch sich ein schöner Kontrast entwickelt und Abwechslung. Hier und da ufert das dann auch mal in jam-artige Parts aus, die sich aber ziemlich gut im Kontext machen. Das Tempo ist dabei meist eher gemächlich, dafür mehr auf eine dichte Atmosphäre abzielend und eskaliert nur selten in bis fast gar nicht in Raserei. Dazu gesellt sich eine gewisse Monotonie, allerdings positive, durch die die Atmosphäre noch weiter verdichtet wird und immer genau dann ausgewechselt wird, wenn es kurz davor wäre langweilig zu werden. Die Drums schließen sich dem an, liefern meist durchgängiges Base-Drum Feuer, dass allerdings eher leise abgemischt wurde und dadurch weniger brachial daherkommt, die Songs aber trotzdem ein Stück nach vorn treibt. Dafür sorgt der Sänger mit seinem harschen Keifen und krächzen für eine scharfe Kante im Sound der Band und sich alles von der Seele rotzt, auch wenn sich zwischen den Strophen sehr lange instrumentelle Parts erstrecken und dadurch die Vocals weniger im Gedächtnis hängen bleiben was ich doch etwas schade finde, aber auch nicht weiter stört.

Joyless Euphoria“ ist noch kein perfektes Album, zeigt aber eine Band mit mordsmäßig Potential, die ne gute Vorstellung davon hat wie man ordentliche Songs schreibt und sich auch etwas von der Masse absetzen kann. Das passiert hauptsächlich durch den rohe Sound und kleine Jamsessions in den Songs. Ansonsten liefern die Österreicher auf ihrem Debüt schön emotionalen und feinfühligen Post-Black Metal mit ordentlicher Kante im Sound, der zu gefallen weiß.

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