Бесконечная Зима – Хиус

cover

Wieder einmal geht es nach Russland, doch diesmal ins Hinterland, genauer nach Tomsk, das nördlich des kasachischen Ostzipfels und östlich des Flusses Ob liegt, also da, wo Europäer selten hinkommen. Seit 2010 treibt das Trio Бесконечная Зима dort schon sein Unwesen und lieferte 2015 sein Debüt ab. Der Bandname bedeutet übersetzt soviel wie „Niemals endender Winter“ was sowohl für die Musik als auch die Herkunft passen dürfte und der Titel des zweiten Albums, welches dieses Jahr erschien, lautet „Хиус„, bei dem mir Google Hius als Übersetzung ausspuckte….mit dem ich allerdings wenig bis nichts anfangen kann.

Mit 5 Songs, die in 27 Minuten untergerattert werden ist das Album eigentlich schneller vorbei als es angefangen hat, nichtsdestotrotz sind es 27 sehr interessante Minuten. Das Album startet ruhig mit einem kurzen Akustik-Intro, bevor die Jungs mit ihrem Geballer loslegen.Das geht danach gleich in die Vollen und liefert schön räudigen und aggressive, typisch osteuropäischen Black Metal, weniger die Art die Mgla praktizieren, sondern mehr in Richtung Naurrakar, quasi Marduk mit ner dicken Schippe Punk. Furiose, stürmische Gitarren sägen sich durch den Wald, begleitet von aggressiven Blast-Orgien, die immer wieder verschnaufen und mehr in die Punk-Ecke abdriften. Das Ganze wird noch durch die mehr oder weniger deutlichen Crust-Einflüsse der Band verstärkt, die der Schose noch etwas Wildheit und Chaos dazugeben und einfach ordentlich Bock macht und nach vorne pusht. Dazu gesellen sich noch harsche, böse keifende Vocals. Um dem Album etwas Abwechslung zu bescheren packen die Jungs einfach hier und da ein paar akustische Folk-Einlagen ein mit Trommeln, Flöten und allem was dazu gehört. Das passt zunächst gar nicht, aber je öfter man das Album hört desto besser passt das Ganze dann doch irgendwie zusammen. Es bildet quasi einen kurzen Moment des Auftauens bevor der Winter wieder hereinbricht und klingt auch für sich genommen ziemlich gut und erinnert mich irgendwie an Selvans und ihren Atmospheric Folk Black. Richtig gut und interessant gemacht.

Wer seine Black Metal mit ordentlicher Punk-Schlagseite braucht, der wird mit Бесконечная Зима auch genau das bekommen und dazu noch einige Folk-Einflüsse durch die sich das Album abheben kann. „Хиус“ fegt kurz und knackig über einen hinweg und macht dabei mit seiner russischen Wildheit, Aggression und dem Quäntchen crustiger Anarchie ordentlich Spaß.

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