Pesthammer – Trumpets of Dawn

Front

Wer meine Seite schon länger verfolgt, der wird sich vielleicht noch an den Beitrag zum aktuellen Meuchelmord-Album „Nostalgia“ erinnern (alle anderen: lest es :P). Das hat gerade mal ein Jahr auf dem Buckel und schon kommt Cernunnos mit einem komplett neuen Projekt um die Ecke. Pesthammer nennt sich diese Ein-Mann-Show und hat mit „Trumpets of Dawn“ gleich mal sein erstes Lebenszeichen auf den Markt geworfen (für lau, also greift zu).

Auch wenn sich derselbe kreative Kopf für beide Projekte verantwortlich zeigt, so gehen beide doch in verschiedene Richtungen. Klar, Meuchelmord liefern eher gemächlichen Black Metal mit viel Melancholie, langsamen Riffs und repetitivem Songwriting, aber ganz so langsam wie bei Funeral Doom wurde es dann doch nie. Das ändert sich nun mit Pesthammer und dröhnender Schwere. Tiefe, bleischwere und rohe Riffs hieven sich mühsam aus den Lautsprechern, immer wieder leicht von sich kurz minimal aufbäumenden Drums geschupst, wabert eine düstere Masse vor sich hin. Daran ändern auch die Vocals nichts, im Gegenteil, die tiefen, düsteren Growls mit leichtem Hall verstärken den Effekt sogar noch. Die hellen, verhallten Screams, die man auch von Meuchelmord kennt dagegen, liefern doch immer mal einige Farbtupfer. Die düster dröhnenden Riffs werden bis zum äußersten ausgereizt und liefern zusammen mit Bass und Drums einen schweren Teppich, der mächtig Sogwirkung aufweist und zu fesseln vermag. Um nicht ganz in diesem Sumpf zu versinken und belanglos vor sich hin zu dümpeln, liefert der Pesthammer als ausgleich hohe, eher helle, aber sehr melancholische Riffs, die sich aus dem Wabern erheben und verspielt ihren Weg gehen. Das hilft nicht nur beim Aufbau einer ordentlichen Atmosphäre sondern ist auch das, was das Album abwechslungsreich und interessant hält, nicht zuletzt da sie nicht omnipräsent sind, sondern sich immer mal wieder hier und da einschleichen. Bei „Constellation of Corvus“ schleicht sich dann noch ein kurzes Intro mit Rabengeschrei und Saitengezupfe ein, passt zum Song, kann man mal machen und dann ist das Album nach 4 Songs in knapp 30 Minuten auch schon wieder vorbei.

Funeral Doom wird auf meiner Playlist vermutlich nie weit oben stehen, dafür kann ich mit dem Genre im Ganzen einfach zu wenig anfangen. Pesthammer haben mit ihrem düsteren, hypnotisierenden Charme aber selbst bei mir überzeugen können. Atmosphärisch, extrem dicht und schwer und dazu durch aufhellende Riffs interessant gehalten und aufgepeppt. Wer auf diese langsame Musik steht, darf bei „Trumpets of Dawn“ getrost mal ein Ohr riskieren und im Zweifelsfall gleich bestellen, kost‘ ja nix.

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