Crisalida – Terra ancestral

Terra Ancestral

Man mag es nicht für möglich halten, immerhin ist Crisalida hierzulande nahezu unbekannt, aber der chilenische Fünfer zieht bereits seit 20 Jahren seine Kreise und hat in der Zeit  eine EP und 4 Alben herausgebracht. Durch einige Besetzungswechsel hat sich auch die Musik der Band stets etwas gewandelt, doch bisher war nie ein großer Bruch in der Diskographie. Das änderte sich erst 2015 mit dem aktuellen Album der Band „Terra ancestral“ auf dem sich die Band von ihren Wurzeln trennt und neue Wege beschreitet. Die Weltraum-Thematik der Anfangszeit wird komplett über Bord geworfen und stattdessen fokussiert sich die Band verstärkt auf ihren Heimatplaneten, die Natur Chiles, seine Geschichten und Ureinwohner.

Die Musik, die Crisalida zelebriert ist von keinem geringeren als Daniel Cardoso produziert worden, seines Zeichens aktueller Keyboarder/Drummer von Anathema und so wundert es nicht, dass leichte Parallelen zwischen beiden Bands auszumachen sind. Nichtsdestotrotz liefern die Chilenen ein extrem eigenständiges und bezauberndes Album ab, das sowohl fesselnd schöne Melodien als auch komplexe Strukturen vorweisen kann. Der Sound ist glasklar, aber warm und nicht steril, wodurch die einzelnen Instrumente uns Songs perfekt in Szene gesetzt werden. Diese bieten ein farbenfrohes Spektakel in dem alles was sich zwischen fragilen Klängen, sanftem Rock und Ambient und den komplett gegensätzlichen komplexen Strukturen, aggressiven Riffs und fordernden Momenten liegt eingefangen und zu einem stimmigen Gesamtwerk zusammengeflickt. Dabei zeichnet „Terra ancestral“ ein sehr melancholisches, verträumtes und emotionales Bild indigener Völker, die die Natur verehren und mit ihr in einer Symbiose leben, wie sie in der heutigen Welt vielen unbekannt ist. Neben der musikalischen Glanzleistung gilt es aber auch die Vocals nicht zu verachten, denn der Gesang von Frontfrau Cinthia kann locker mit den ganz großen des Symphonic Metal mithalten. Sie bemüht glücklicherweise keine Arien sondern lässt ihren Gefühlen und Gedanken beim Singen freien lauf, wodurch das musikalische Fundament durch ihren Klargesang nochmal um einige Facetten bereichert wird.

Terra ancestral“ erzählt eine bewegende Geschichte voller Emotion und Naturverbundenheit in einer Zeit, in der immer mehr indigene Völker das Zeitliche segnet und sich die westliche Welt an gespieltem Naturschutz aufgeilt. Crisalida dagegen gehen musikalisch auf ihre Vorfahren ein, vertonen ihr Denken und Handeln und schaffen das alles in ein wundervoll abwechslungsreiches und fesselndes Progressive Metal-Album zu packen, das einem die Flucht aus dem Alltag fast schon zu leicht macht. Ich höre jetzt auf zu schwafeln und versinke noch etwas in ihrer Welt.

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Eine Antwort zu “Crisalida – Terra ancestral

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