Arbor Ira – Weltenfresser

Arbor Ira - Weltenfresser

Nachdem ich vor fast genau einem Jahr an selber Stelle über das 2010er Album „Meine Träume, vergangene…“ von Arbor Ira geschrieben habe, bin ich dieses mal deutlich zeitnaher dran, denn der „Weltenfresser“ ist gerademal 1,5 Monate alt und zeigt die Band in gewohnt hoher Qualität und Eigenständigkeit.

Eine Mischung aus Doom und Death Metal ist in aller Regel düster, extrem dicht, wabernd und gleichzeitig brachial und aggressiv (siehe Ophis), dass das Ganze auch ganz anders geht, beweisen Arbor Ira seit jeher. Natürlich hat die Band auch diese Elemente zum Teil in ihren Sound integriert und lässt sie mal mehr („Enslaved / Funeral Belt„) und mal weniger („Des Poeten Klage„) zum Tragen kommen, doch geht das Ganze atmosphärisch ganz woanders hin. Ohne dichte Gitarrenwände und dichtes Songwriting gehen die Wege der Band mehr in eine melancholische und bisweilen sogar folkige/neoklassische Richtung. Dadurch hat sich Abor Ira über die Jahre ihre ganz eigene Nische erspielt. Doomige Schwere und harscherer Death Metal trift hier auf ruhige Streicher, akustische Momente, Melancholie und verträumtes, zum Fallenlassen einladendes Songwriting. Dazu gibt es die zutiefst philosophischen und poetischen Texte meist in melodischem, düsteren Klargesang auf die Ohren, der sich immer wieder mit tiefen, kraftvollen Growls und einigen eingestreuten Screams abwechselt und dadurch perfekt zur Musik passt. Auch erinnert das Gemisch etwas an die Auswüchse der Schwarzen Szene, gerade textlich/stimmlich, ohne wirklich viele ihrer Stilmittel zu nutzen. Das epische Schauspiel endet dann mit dem Stück „Wundervolle Heilung„, das nochmal alle Trademarks in einem 12-minütigen Epos vereint und ein würdiges Ende des Albums bildet.

Wer textlich und musikalisch „anspruchsvolle“ Kost bevorzugt und auch gerne mal etwas über seinen Tellerrand schaut, der sollte sich Arbor Ira unbedingt zu Gemüte führen, denn die Mischung, die der 5er seit Jahren anrührt ist ein unglaublich eigenstädiges, poetisches und emotionales Bollwerk, das Elemente verschiedenster Strömungen vereint und dabei nie den Song an sich aus den Augen verliert. „Weltenfresser“ ist ganz großes Kino für Ohren, Hirn und Herz.

Links:

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Eine Antwort zu “Arbor Ira – Weltenfresser

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