The Sarcophagus – Beyond This World’s Illusion

169-1

Zum Jahresende gibt es nochmal eine Prämiere beim MetalViewer. Kurz vor dem alljährlichen Blog-Best-of bekommt mit The Sarcophagus die erste türkische Band ihren Platz auf diesem Forum. Die Jungs sind bereits seit 1996 aktiv, dass sie bisher kaum bekannt sind, könnte allerdings daran liegen, dass in den 21 Jahren nur 2 Alben, 2 EPs und ein Demo das Licht der Welt erblickten. „Beyond This World’s Illusion“ ist besagtes zweites Album und könnte die Band jetzt einige Stufen nach oben hieven.

Gleich vorweg: „Beyond This World’s Illusion“ ist ein unglaublich starkes Album, bei dem eigentlich alles passt. Die Scheibe ist gleichsam roh und aggressiv als auch präzise, düster und sehr melodisch. Jeder Song entwickelt sich ganz natürlich zu dem was er ist, ohne dass irgendetwas gezwungen klingt oder unpassend wirkt. So passiert es dann auch, dass sich immer wieder unerwartet Variationen einschleichen und Abwechslung kreiert wird, die man erst wirklich wahrnimmt, wenn man mitten drin ist. Ansonsten liefert das Trio ziemlich eigenständigen, melodisch frostigen Black Metal, der melancholisches Riffing mit düsteren Bass-Spuren mischt und so atmosphärischen und sehr kraftvollen Black Metal zelebrieren. Hier etwas Old-School, da modernere Einflüsse und im Endeffekt doch etwas ziemlich eigenständiges. Dabei kommt die Band mal stürmisch und direkt nach vorne preschend daher (siehe „Dymadiel„), dann wieder langsamer, dafür umso düsterer und nimmt auch immer wieder ganz das Tempo raus um auch ein paar dichte Keyboard-Teppiche zum Einsatz zu bringen („Sapremia of Earthly Creatures„). Und immer wieder kommen Riffs mit denen man gar nicht gerechnet hätte, die aber unglaublich intensiv daher kommen und den Hörer regelrecht in ihren Bann ziehen (wie die Solos in „Apocalyptic Beast„) oder der Song nimmt unerwartet eine ganz andere Richtung als man dachte. Dazu passt auch das druckvolle Drumming, dass sowohl mit seinen Blasts als auch ruhigeren Momenten immer on-point ist und Spaß macht. Das Album ist gefüllt mit Songs, die in sich selbst stimmig sind ohne auf die anderen zu achten und so ziemlich unterschiedliche Facetten betonen, aber gleichzeitig klingen wie ein einziger langer Song, den man 9 mal durchgeschnitten hat, was die 45 Minuten Spielzeit zu einem einzigen Orchester aus „Oh wie geil!“ und anderen positiv überraschten Ausrufen macht und auch das ein oder andere Lächeln über das grimmige Black Metal-Gesicht wandern lassen 😉

Wer dieses Jahr noch immer auf der Suche nach dem Album des Jahres ist, der könnte es mal mit „Beyond This World’s Illusion“ von The Sarcophagus versuchen, denn die Jungs verstehen ihr Handwerk und liefern 45 Minuten pure Ekstase und großartig eigenständiges und ausgereiftes Songwriting.

Links:

Facebook    Metal-Archives    MySpace

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s