Asenheim – Wenn die Nacht…

Asenheim - Wenn die Nacht...

Das letzte wirklich rohe Album liegt jetzt schon mindestens 2 Wochen zurück, es wird also mal wieder Zeit… Gleichzeitig ist das hier das vorletzte Review des Jahres, danach kommt noch eins und dann nur noch das alljährliche Best-Of 😉 Asenheim rumpeln sich jetzt seit nunmehr 13 Jahren durch die Proberäume und Keller der Republik und man wird es kaum für möglich halten, aber anfangs war die Tonqualität sogar noch schlechter als heute und auch das Songwriting hat sich bis zum Release von „Wenn die Nacht…“ konstant verbessert.

Das alles ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass „Wenn die Nacht…“ immernoch ziemlich roh und direkt daher kommt. Extrem kratzige, sägende Gitarren mischen sich mit wummernden Drums und böse krächzenden und immer wieder leicht übersteuernden Vocals, die immer wieder mehr schlecht als Recht mit Hall und anderen Effekten ausgerüstet werden. Dazu gesellen sich düstere und epische Keyboard-Melodien und man hat das Grundkonzept von Asenheim verstanden. Das Projekt unter der Führung von Tiwaz versteht es allerdings aus rohem Sound und Ambient-Erhabenheit Viking Metal zu schmieden, der mit seinem Spirit ganz zurück an die Anfänge des Genres Mitte der 90er erinnert und durch genau dieses Ungeschliffene die Richtige Stimmung heraufbeschwört. Die Riffs bilden immer wieder ruppige Teppiche während sie gleichzeitig epische, fordernde und heidnische Melodien, die jedem Song seinen eigenen Charakter geben und zu einem abwechslungsreichen und interessanten Ganzen werden. Dazu sorgen hier und da eingesetzte Akustikgitaren und Klargesang für eine gewisse Ruhe und Naturverbundenheit, die beispielsweise „Heimatlos“ einleitet. Die wird dann im weiteren Verlauf der Songs von den Keyboards weitergesponnen und atmosphärisch verdichtet. Dazu passen auch die treibenden Drums, die die Songs immer wieder nach vorne drücken, aber auch innezuhalten wissen um einem Solo oder einer Melodie den nötigen Raum zu geben. Die Vocals sind genauso roh wie der Rest der Scheibe und keift sich fast etwas zu leise und mit Hall krächzend durch die 11 Songs. Harsch und kantig passt das perfekt zum Spirit des Albums und fügt dem ganzen durch Variationen in tiefere Growls und Stimmverzerrungen, die sich mit den sonst vorherrschenden Screams abwechseln, noch ein paar düsteres Spritzer hinzu.

Wer rohen, unpolierten Metal verträgt, der kommt hier in den Genuss von ziemlich puristischen, aber gut gemachten Viking/Black Metal, der immer wieder überrascht und mit Vielschichtigkeit und ideenreichem Songwriting aufwartet. Gerade „Gungnir, bring mich heim“ wird bei mir noch einige Durchläufe erleben. Asenheim und „Wenn die Nacht…“ sind für jeden, der gut gemachte Rohkost mag, denn im Gegensatz zu den meisten Metal-Geschichten, die mit „Raw“ zu tun haben, gibts hier weder stumpfen Einheitsbrei noch sperrigen Müll.

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