Pure – J’aurais dû

094_1

Das Projekt Pure aus der französischen Schweiz mag es erst seit 2013 geben, Ormenos, der Kopf des Ganzen, treibt allerdings schon deutlich länger sein Unwesen in der Schweizer Unterwelt. Mit seinen beiden Projekten Enoid und Borgne ist er bereits seit Mitte der 90er fester Bestandteil der Alpenszene und auch wenn Pure erst 4 Jahre exisitert, so hat es doch mit „J’aurais dû“ sein schon 4. Album in den Startlöchern.

Ormenos hat ein Händchen für ordentlichen Black Metal, immerhin schafft er es mit jedem seiner Projekt immer wieder beeindruckende Soundkulissen zu erschaffen. Diese Soundkulisse besteht bei Pure aus rohem, direktem Black Metal. Kratzend sägen sich frostige Riffs durch eisige Wälder und erzeugen durch ihren Störgeräusch-überladenen Sound ein klirrendes und dichtes Konstrukt, das gleichsam beklemmend wie betörend wirkt und noch dazu mit viel Energie am Hörer nagt. Unterstützt wird das Netz aus Riffs durch dumpf rumpelnde Drums, die düsteres Wabern in den Sound integrieren und durch dumpfe Blasts die Songs in eine Richtung lenken. Um die so entstehende Atmosphäre noch weiter zu verdichten, lassen sich ganz dezent tief versteckt im Hintergrund seichte Keyboards und filigrane Gitarrenmelodien erkennen, die hauptsächlich unterbewusst Eindrücke übermitteln und dem Album einen melancholischen Unterton bescheren. Dabei ist das Songwriting exakt auf den Punkt, kein Riff zu lange, kein Tempowechsel zu kantig, alles fließt ineinander, die ruhigen Momente lassen träumen während die harschen Parts eine bedrückende Gänsehaut hinterlassen. Dazu passen auch die Vocals wie die Faust aufs Auge. Das grimmige, kühle Keifen verschmilzt mit den Songs zu einer diabolischen Einheit und die gelegentlich eingesetzten chorischen Elemente (wie in „Le jour où je suis mort„) ergänzen das Filigrane im Hintergrund. Mehr kann man aus Raw Black Metal nicht herausholen.

J’aurais dû“ ist gefüllt mit frostigem Black Metal der roheren Machart und beweist eindrucksvoll wie gezielt man Störgeräusche und Rauschen einsetzen kann um eine bestimmte Stimmung zu erzeugen und den Hörer in die gewünschte Richtung zu lenken. Doch um langfristig zu überzeugen muss man auch gute Songs liefern und genau das machen Pure seit jeher und da bleibt mir nichts anderes übrig als eine absolute Empfehlung auszusprechen, aber überzeugt euch doch selbst.

Links:

Bandcamp    Facebook    Metal-Archives

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s