Tyakrah – Wintergedanken

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Mit „Wintergedanken“ meldet sich das Münsteraner Duo Tykrah ein erstes Mal zu Wort. Erst 2016 gegründet gibt es über die Band noch nicht viel zu berichten und doch haben sie musikalisch bereits verdammt viel zusagen. Das zeigt zumindest ihr Debüt-Album.

38 Minuten und 7 Songs umfasst das Material, das auf „Wintergedanken“ zu finden ist und setzt sich aus 4 langen, mit Vocals versehenen und 3 kurzen instrumentalen Songs (Intro, Interlude, Outro) zusammen. Thematisch richtet sich das Album nach der Jahreszeit, es dreht sich um den Winter, Dunkelheit und Tod, was sich auch in einer kühlen, aber doch ziemlich epischen Spielweise des Black Metal bemerkbar macht. Harsche Riffs mit Blasts treffen auf episches Songwriting mit ausschweifenden Gitarrensoli und dunklen Bass-Tupfern. Dazu schweift das Songwriting nicht selten in Atmospheric-Gefilde mit dichtem Gitarrenteppich ab. Alles in allem sehr kraftvoll, düster, frostig und bedrohlich und zugleich doch episch und schön. Immer wieder wird das Tempo etwas rausgenommen und innegehalten, da darf dann auch gerne das Keyboard mithelfen und die 3 Instrumentals auch gleich allein tragen. Musikalisch lässt sich an dem Album wenig meckern, es ist ein verdammt starker, abwechslungsreicher und interessanter Black Metal-Mix, gesanglich geht das nörgeln schon leichter. Allerdings nicht bei den Screams, denn das frostig-harsche Keifen von Sänger/Drummer J.R. passt sehr gut zum Gesamtbild und dämpft die Temperatur noch um einige Grad, der Klargesang will dagegen nicht so recht hierhin gehören. Tiefer Gothic-artiger Männergesang, der noch dazu oft ziemlich stockend, verklemmt und etwas schief daher kommt, ist hier einfach etwas fehl am Platz. Da hilft es auch wenig, dass er nur in den ruhigen Momenten zum Einsatz kommt, denn da kommt er ja auch noch besonders zu Geltung. Glücklicherweise ist das aber eher die Ausnahme als die Regel, wodurch das Album nicht gänzlich ruiniert ist 😉 Die epische Tragweite des Albums lässt sich auch so noch genießen und Songs wie „Wintergedanken“ und „Erstarrende Nacht“ sind so episch, harsch, dass es eine wahre Freude ist, den Jungs zu lauschen und ihnen so einige Fehler verzeihen würde, die sie aber gar nicht erst begehen.

Tyakrah setzen gleich mit dem ersten Album ein episches Ausrufezeichen, das harsch, tiefschichtig und frostig ist und so dem Hörer eine wohlige Gänsehaut bescheren. Dass die ein oder andere Entscheidung am Mikro vielleicht etwas daneben war oder zumindest ausbaufähig ist, fällt angesichts der restlichen Aspekte hier mal unter den Tisch. „Wintergedanken“ liefert bockstarken Schwarzmetall, frostig, harsch und episch zugleich…und wer weiß, vielleicht liegts ja auch nur an mir 😉

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