Harrower – Remembrance

cover

Mit Harrower und ihrem Debüt „Remembrance“ begeben wir uns heute einmal in die Unweiten des US-Post-Black Metals. 2013 gegründet dauerte es 3 Jahre, bis das Album erschien und weitere 2 Jahre bis es von einem Label mit neuem Artwork und Design auf CD gepresst wurde. Schlicht in Schwarz-weiß gehalten mit erkennt man schon beim Artwork die Nostalgie, die dem Album inne zu wohnen scheint. Zumindest dem neuen sieht man es an, beim alten (totes Huhn in Aluschale) konnte man es nur schwer erahnen.

6 Songs haben die Jungs auf ihr Album gepackt und füllen damit 50 Minuten zur Gänze aus. Dabei gingen sie (ob bewusst oder unbewusst) einen etwas eigenen Pfad im Post-Black-Sumpf, denn statt auf Hochglanz dominieren rohe Riffs, die einen rauschenden, dreckigen Teppich bilden auf dem sich helle, melancholische Riffs nur gerade so noch halten können und mehr aus dem Hintergrund heraus die Stimmung bestimmen. Zusätzlich schwenken die Jungs immer wieder in klassischen Black Metal um, der roh, wild und aggressiv aus den Boxen dröhnt. Harsche, schroffe Riffwände und donnernd-scheppernde Blastbeats machen das Album zu einer weitaus biestigeren Angelegenheit als man erwartet hätte. Gerade die Drums strotzen nur so vor Tempowechsel und schwanken fast kontinuierlich zwischen Blast Beats und Mid-tempo Rhythmen und fallen in den ganz ruhigen Momenten fast gänzlich weg oder trommeln nur sacht hier und da. Dagegen bleiben die Gitarren fast durchgängig als Teppich oder Wand vor einem stehen, lassen hier und da Melodien durchscheinen, nur wenn die Band innehält, dann verschwinden die Wände und hinterlassen nur die Melodien oder liefern Pseudo-akustische Jams, die sich dann schnell wieder aufbäumen. Dadurch entsteht natürlich spielend eine Atmosphäre, die sich fast schneiden lässt, was durch die Vocals noch etwas verstärkt und verroht wird. Harsche, relativ weit nach hinten gemixte Schreie dominieren hier das Bild und wirken wie frostiger Wind, der durch den Wald peitscht. Dabei entsteht fast etwas wie eine Wand aus Vocals, die ähnlich imposant, aber aufgrund von Sauerstoffmangel natürlich nicht ganz so durchgängig ist wie die der Gitarren 😉

Alles in allem liefern die 4 Jungs aus New Paltz ein sehr starkes, rohes und doch detailverliebtes Werk ab, das hier und da spannende Melodien aufweist und ansonsten mit seiner dichten Atmosphäre, dem rohen Sound und den geisterhaften Screams überzeugen kann. Wem Post-Black immer zu glatt war, der wird vielleicht mit Harrower und „Remembrance“ doch noch warm. Und ein leichter „klassischer“ Black Metal-Vibe lässt sich hier und da auch nicht leugnen.

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