Xavier Boscher – Embryogenesis

pochette Embryogenesis

Wie wäre es denn nochmal mit französischen Progressive Rock? Nine Skies waren ja großartig, wieso also nicht mehr davon? Heute wäre das Xavier Boscher, ein Einzelkämpfer aus Nizza, der seit 2003 bereits 11 Alben veröffentlicht hat. Das Jüngste davon nennt sich „Embryogenesis“ und ist ein Konzeptwerk, dass die Entwicklung eines Embryos von der Zelle zum Menschen musikalisch aufarbeitet und das zu ~90% instrumental.

Das Album kommt mit seinen 9 Songs auf stattliche 70 Minuten von denen gut 20 auf den abschließenden und titelgebenden Epos „Embryogenesis“ fallen. Aber nicht nur die Länge ist ordentlich auch der Sound ist ziemlich gut, kraftvoll und ausgewogen und bringt die einzelnen Nuancen der Songs sehr gut zur Geltung. Und auch die haben es in sich. Jeder Song baut auf dem Vorherigen auf und geht doch in eine völlig andere Richtung. Das Album beginnt mit progressivem Rock und sehr verschachtelten Songstrukturen, die das „Chaos“ und Komplexität der sich immer weiter verschachtelnden Zellstrukturen beschreibt. Gleichzeitig lässt es auch schon sehr melodische Momente durchschimmern und auch den sehr jazzigen Stil, der gerade gegen Ende Überhand nimmt, kann man erahnen. In „Female Architecture“ gibt es im Mittelteil beispielsweise etwas Jazz mit Piano. Auch gibt es im ersten Song die einzigen Vocals des Albums, die recht avantgardistischen Frauengesang beinhalten. Danach fangen dann an elektronische Spielereien ihren Weg in den Sound zu finden, gleichzeitig wird es melodiöser, die Songs werden ausschweifender und erhabener, weniger komplex, dafür experimentierfreudiger und jazziger. Es ist ein Album, dass sich sehr fließend aufbaut, sich immer wieder erweitert und auffächert um dann im 20-minütigen Titelstück endet, dass in sich wiederum gleichzeitig eine Zusammenfassung wie auch eine Fortführung des Albums darstellt. Klingt komplizierter als es ist, denn musikalisch und künstlerisch ist es vor allem zweierlei: faszinierend und bezaubernd.

Xavier Boschers 11. Werk ist ein extrem vielschichtiges, abwechslungsreiches und durch zahlreiche Einflüsse aus verschiedensten Genres wird der Hörer immer und immer wieder überrascht. Gleichzeitig baut alles aufeinander auf, verschlingt sich ineinander, fügt sich zusammen, trennt sich wieder und setzt sich wieder neu zusammen. Dadurch schafft es natürlich sein Thema, dass so nicht gerade alltäglich ist, extrem gut in Klangwelten zu fassen. Chapeau.

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