Nordfrost – Ad infinitum

Albumcover

Nordfrost, das ist eine 5-Mann-Band aus dem Saarland, in der auch zwei Herren der ehrenwerten Carn Dûm vertreten sind, die ich mal hier erwähnen durfte. Seit 2009 ist die Kombo schon unterwegs und hat nach mehreren Demos 2015 ihr Debütalbum „Naturgewalten“ auf den Markt geworfen. Nun folgte mit „Ad infinitum“ eine EP, die auf etwas unter 20 Minuten kommt, aber trotzdem ordentlich reinhaut.

Wer die Jungs bereits von ihrem Debüt kannte, dürfte hier auch glücklich werden. Habe zwar nur kurz in selbiges gehört, aber das was ich noch weiß, ist „Ad infinitum“ nicht unähnlich. Noch immer verbindet die Truppe räudigen Black Metal mit melodischem Pagan Metal und weißt in ihrem Sound hin und wieder Parallelen zu Carn Dûm auf, sowohl beim Gesang als auch dem Songwriting, da gerade bei den Riffs. Allzu ähnlich wirds aber nicht, denn Nordfrost suchen sich ihre eigene Nische, die sie ruhig beibehalten dürfen. Mit ordentlich kraftvollem Sound, ziemlich guter Produktion und trotzdem einer rohen Kante kommen die Songs voll zur Geltung. Die Drums rumpeln immer wieder ruppig nach vorne und geben die Marschrichtung vor. Auch sind sie zusammen mit den Vocals der dominanteste Part im Mix. Die Gitarren halten sich dagegen sehr zurück und sorgen hauptsächlich im Hintergrund für heidnische, etwas melancholische und sehr melodische Riffs, die einen guten Kontrast zum harschen Keifen von Skallvadr darstellen. Hätte mir etwas dominanter vielleicht besser gefallen, aber nichts desto trotz erfüllen sie ihren Zweck, sorgen für Stimmung und etwas filigrane Epik und Naturromantik. Hin und wieder sorgen sie auch etwas dominanter für etwas Action und das ein oder andere Solo sticht etwas heraus, sei es als Einleitung für „Asche“ oder ruhiges Gezupfe am Anfang von „Ordnung des Seins„, der mich dadurch und durch das Flüstern entfernt an „Im Schatten meines Eigenwahns“ von Skratte erinnert. Neben fiesem Keifen und Flüstern kann der Herr am Mikro aber noch ordentlich tief Gröhlen und mimt etwas den Schlachtenführer, der seine Männern vor der Schlacht laut Mut macht…oder nach der Schlacht halb betrunken laute Lobpreisungen los wird 😛 Umrahmt wird das Ganze noch von einem Ambient-Intro, in der Art über die ich mich schon öfter ausgelassen habe. Macht etwas düster, aber sonst nicht viel, der Rest der Scheibe ist allerdings sehr stark und hält mehrere Umdrehungen stand ohne abzubauen.

Wer ordentlichen Pagan Metal mit ordentlicher Black Metal-Kante braucht, der darf sich getrost Nordfrosts“Ad infinitum“ zulegen, das Album hat Kraft, rohe Kante und doch Tiefgang und Vielschichtigkeit. Versteckte Melodien sorgen im Hintergrund für Emotionen und verträumte Momente während vorne klar und direkt gerumpelt und gescreamt wird. Macht immer wieder Spaß und lädt hier und da sogar zum mitsingen ein, wenn man denn den Text versteht. Also kaufen!

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