Horizon of the Mute – Chiliad Rite

Horizon of the Mute - Chiliad Rite

Heute frönen wir erneut der tiefschwarzen Musik, doch statt Black Metal setzt es diesmal finsteren Funeral Doom Metal und Drone aus dem Hause Horizon of the Mute. Das finnische Projekt von Einzelkämpfer Jani Koskela erstand 2015 aus dem Nichts und hat seitdem 2 EPs und ein Album hervorgebracht. „Chiliad Rite“ bildet nun den würdigen Nachfolger des Debüts und füllt 40 Minuten mit 4 Songs.

Der Sound der Scheibe ist ordentlich. Kraftvoll wie eine Lawine, ein Hauch von Kratzen hier und da und unglaublich bedrückend. Das Album ist extrem finster, okkult und beklemmend und erinnert nicht selten an eine extrem gedrosselte Version von Behemoth oder Mephorash. Dicke Riffwände wabern gewaltig auf einen zu, drücken alles und jeden zu Boden und lassen jeden Knochen vibrieren. Drums kommen, wenn überhaupt, nur sehr sporadisch zum Einsatz und sorgen weit im Hintergrund für ein verhalltes Stampfen. Darüber legen sich erhabene und bisweilen verstörende Keyboards, durch die das Album einen okkluten und rituellen Charakter erhält und immer wieder einen orientalischen Hauch mit einfließen lassen. Alles an diesem Album ist düster, bedrückend, beklemmend und intensiv. Auch die Vocals, die mal die Gitarren mit markerschütterndem Grunzen unterstützen, mal durch chorische Elemente den Keyboards unter die Arme greifen und mal mit verhalltem Klargesang ein entrücktes Bild formen. Die gedrosselte Geschwindigkeit des Albums tut ihr Übriges und saugt den Hörer in eine Welt des Unbekannten und des oströmischen Imperiums. Es gibt so viele kleine Details, kleine melodische Riffeinlagen, die sich unbemerkt anschleichen und so viel zu entdecken, dass ich es vorziehe hier aufzuhören und euch den Rest zu überlassen.

Chiliad Rite“ gehört bereits jetzt zu meinen Top-Doom-Alben des Jahres und überzeugt auf vielen Ebenen, seien es die Parallelen zu genannten Black Metal-Bands, das Orientalische oder die Intensivität und Schwärze der Musik, in der auch immer wieder ein positiver Gedanke steckt. Wer Horizon of the Mute noch nicht kennt, der sollte das dringendst ändern, sich aber keinen Song herauspicken, sondern die Scheibe am Stück hören und sich darauf einlassen! Ihr werdet es nicht bereuen.

Links:

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