Antiquus Scriptum / Ereshkigal – Before Our Passing…

Antiquus - Ereshkigal

Auf dem heutigen Zielobjekt vereinten sich 2 Black Metal-Bands, die musikalisch um Welten auseinander liegen. Beide veröffentlichten in den vergangenen Jahren etliche Alben, Splits etc pp und das bereits seit den 90ern. Antiquus Scriptum kommt aus Portugal und ist das Projekt von Sacerdos Magus. Bereits seit 1998 aktiv, wechselte hier und da das Line-Up bis sich 2008 das bis heute andauernde Trio mit R. V. und Nyx Sludgedweller zusammenschloss. Ereshkigal gründeten sich bereits 1993 und dürften damit locker zu den dienstältesten Black Metal-Bands Mexikos gehören. Von den ursprünglichen Mitgliedern ist nur noch der Drummer/Textschreiber übrig und 2016 wurde das Line-Up nochmal komplett neu gewürfelt. Auf „Before Our Passing“ zeigen sich beide Bands von ihrer besten Seite.

Den Anfang macht Antiquus Scriptum und legt vier Songs von ihrem Album „Immortalis Factus“ (2008) vor, die die Messlatte für Viking Metal aus Europa um etliches nach oben schrauben. Sieht man von der Ironie ab, dass Portugiesen besseren Viking Metal machen als die meisten nordischen Bands, kommt man in den Genuss von Bathory zu „Hammerheart“-Zeiten gemischt mit dem Soundtrack zu Vikings. Roher Gitarrensound, epischer tiefer Klargesang, tragende Drums und ein düsteres, erhabenes Gesamtbild machen die 4 Songs zu gleich 4 Highlights. Bereits der 17-minütige Einstiegstrack hat beinahe „One Rode to Asa Bay“-Qualität, während es danach ruppiger zur Sache geht. Furiose Riffs treffen dann auf donnernde Blasts und auch die Vocals werden aggressiver. Die Keyboards, sonst epochal und kolossal werden nun hektisch und fügen sich in das aggressive Bild der tosenden Schlacht. Der Black Metal dominiert und lässt auch ein paar Thrash-Einflüsse zu während die nordische Aura zumeist durch die Keys und die verhallten, kratzigen Vocals kreiert wird. Die 33 Minuten Spielzeit nutzen Antiquus Scriptum also um eine ordentliche Duftmarke zu setzen, die den nachfolgenden Ereshkigal herzlich egal ist, denn die gehen gezielt den Old-School-Weg. Ihr teil der Split besteht aus dem kompletten „Black Metal Storm„-Album von 2012 auf dem sie die 90er hochleben lassen. Die Drums bleiben im Hintergrund und wummern dumpf aber kraftvoll ihre Blast Beats vor sich hin während dreckige, rohe Riffs eine klassische, düstere Atmosphäre schaffen. Die harsch und aggressiv keifenden Vocals tun ihr übriges zum Old-School-Sound und liefern frostige Schreie mit denen die Jungs ihrer Blasphemie freien Lauf lassen. Dass die Jungs schon seit 1993 Musik machen, merkt man jede einzelne Sekunde. Jedes Riff sitzt, die Strukturen sind klar, das Songwriting nachvollziehbar und spannend. So katapultieren sich die Jungs weit über die unzähligen 0815-Kopien der alten Zeit, die statt auf geile Riffs, Abwechslung im Rhythmus und ein paar ruhige Momente, nur altbackenes lustlos runterrattern. Ereshkigal schafft es so seine 40 Minuten frisch und spannend zu halten, streut hier ein kleines Solo, da ein groovendes Segment und hier kurze Ruhepausen ein und böllert sich durch die Geschichte. Als Bonus gibt es noch ein Cover von Emperors „Ancient Queen„, dem die Mexikaner noch ihren eigenen Stempel aufdrücken und dann endet eine durchweg goßartige Split.

Großartiger portugiesischer Viking Black Metal trifft auf ebenso geilen Old-School-Black Metal aus Mexiko. Zwei Bands, die unterschiedliche Nischen angehören und sich doch sehr gut ergänzen und vor allem gleich 72 Minuten an Material bereitstellen. Wer sich um Antiquss Scriptum und Ereshkigal herumdrückt, der verpasst großes! „Before Our Passing…“ gehört gekauft!

Links:

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Ereshkigal: Angelfire    Facebook    Metal-Archives    Myspace    Tripod

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