Garden of Grief – Novembernebel

Garden of Grief - Novembernebel

Nachdem ich vor Jahren bereits ein kleines Review zu „Endstation“ geschrieben habe, ist es nun mal wieder Zeit für ein Album des österreichischen Ein-Mann-Projekts Garden of Grief. Diesmal ist das Ziel der Reise das Re-Release des 2010er Albums „Novembernebel“ von 2015. Hierbei wurden die Ambient-Stücke neu gemischt und Lied 2 („In dorso corvi divini„) neu aufgenommen. Dazu hat Herr Boronian Sturmfels noch 3 Bonusstücke draufgepackt, doch dazu später mehr.

Das Album besteht in seinem Grundgerüst aus 5 Songs, von denen 4 reine Ambient-Stücke sind und nur „In dorso corvi divini“ als (Depressive) Black Metal durchgeht. Zusammen schaffen es die Songs so gut 40 Minuten auszufüllen. Bereits beim 12-minütigen Opener „Nebelmond“ bekommt man eine Ahnung wohin die Reise gehen soll. Ruhiger Dark Ambient wabert aus den Lautsprechern und erhält durch hellere Synthesizer-Melodien einen Hauch Erhabenheit. Auch sorgen sie für eine Aufhellung des eher düster anmutenden Soundgewandes. Immer wieder dringt ein leichter Mittelalter-Vibe durch während sich großartig schöne Melodien mal offen zeigen, mal hinter dem wabernd dröhnenden Bass/Drone verstecken. Im weiteren Verlauf zeigt sich jedoch schnell, dass die Songs alle irgendwie in eine andere Kerbe schlagen. Besagter Black Metal-Song wirkt neu aufgenommen deutlich druckvoller als damals auf dem Compilation-Tape der Bleichmond Tonschmiede von der ich das Stück kenne. Atmosphärisch und strukturell erinnert es doch relativ stark an Track 1, nur eben mit harschen Vocals, Blast Beats und „warmen“ melodischen Black Metal-Riffs. Bisweilen schielt es etwas in Richtung DSBM, hält sich aber ansonsten wacker zwischen schwedischer Old-School und den Vorläufern von modernem Post-Black. Anschließend geht es für den Rest des Albums wieder in Ambient und Dungeon Synth-Gefilde, mal erhaben, bezaubernd und fast schon episch mit tollen Klavier-Einlagen, mal düster, melancholisch und trotzdem fantasievoll, aber immer sehr emotional und berührend. Sehr schöne Musik. Als Bonus bietet das Album noch 3 weitere Black Metal-Songs, die bis dato unveröffentlicht blieben. Zum einen das schön nach vorne preschende, aber den typischen GOG-Charakter bewahrende „Die Freiheit einer Winternacht„, dann eine Black Metal-Version des Album-Openers und zu guter Letzt noch eine rohe Demo-Version von „In dorso corvi divini„. Allesamt richtig gut, mal roh und räudig mal melodisch verspielt und mit Keyboardunterstützung passen sie wunderbar auf die Scheibe.

Wer mit Garden of Grief bisher nichts zu tun hatte, der kann sich mit diesem Album schön in die Ambient-Seite der Band einarbeiten ohne komplett auf Black Metal verzichten zu müssen. Letzterer kommt sehr melodisch und verspielt daher, mit etwas Ambient-Keyboards im Hintergrund, die sich immer wieder mal etwas nach vorne trauen und den Songs den typischen GOG-Stempel aufdrücken. „Novembernebel“ ist ein wirklich betörendes Album, wenn man sich auf die Reise einlässt.

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