Blind Sight – March of the Clowns

Blind Sight - March of the Clown

Verlassen wir doch einmal die selbst gewählte Komfortzone. Lehnen wir uns weit über den Tellerrand und beschäftigen wir uns mit einem Genre, von dem ich absolut keinen Schimmer habe. Ist sicher auch mal interessant. Die Band, die heute mein Interesse weckte, heißt Blind Sight aus Holland. Die Jungs standen bereits mit Slayer, Killswitch Engage oder Motöthead auf der Bühne, bevor es lange Zeit still wurde. 8 Jahre lang lag die Band auf Eis und die Mitglieder machten sich in Bands wie From Earth (wurden auch mal von mir erwähnt), Dead Man’s Curse oder The Darkest Red zu schaffen. Jetzt will es die Band nochmal wissen und legt mit „March of the Clowns“ ihr Reunionsalbum vor, von dem einige Songs noch aus der ersten Bandära stammen.

Das Album sieht schonmal ziemlich geil aus und erinnert etwas an Machine Head und auch die Musik erinnert leicht daran, aber glücklicherweise nicht allzu stark. Stattdessen bieten die 10 Songs des Albums eine ziemlich interessante Mischung aus melodischem Metalcore und donnerndem Groove. Angefangen mit marschierenden Soldaten (oder Clowns?) bricht bald der titelgebende Song los und reißt den Hörer mit. Das wird sich auch für den Rest des Albums nur selten ändern, denn alle Songs sind bretthart und bockstark. Erhabene Melodien, die etwas an Trivium erinnern, bahnen sich ihren Weg mit kraftvollen Riffs, treibenden Drums und einem Duell zwischen melodischem aber kraftvollem Klargesang, der auch immer wieder durch Chöre gestützt und erweitert wird. und harschen, aggressiven Shouts. Immer wieder unterbrechen interessante Soli das Bild und sorgen für Abwechslungsreichtum. Dadurch schleichen sich auch immer wieder ziemlich dominante Thrash Metal-Einflüsse in den Sound, die zwischen dem melodischen Metalcore und den donnernden Groove-Parts vermitteln und beidem etwas hinzugeben. Letztere, die donnernden Grooves lassen kaum etwas stehen. Mit aggressiv drückenden Drums und schweren, aggressiven Riffs stampft die Band alles platt was ihnen vor die Boxen gerät. In diese rohe Aggression streut die Band vereinzelt Breakdowns und lässt ihre harschesten Shouts vom Stapel. Dieses Spiel mit den Stimmungen gelingt der Band ausgesprochen gut, was zum einen an ordentlichem Songwriting mit sinnvollen Übergängen, die auch von den Thrash-Elementen unterstützt werden, als auch am großartigen Sound liegt. Hier klingt nichts kacke, sondern sehr druckvoll, energetisch und klar. Alles hat seinen Raum sich zu entfalten und die Songs werden nicht durch viele technische Spielereien und Keyboard- oder Synthie-Genudel überladen, sondern bleiben sogar gänzlich davon verschont. Nichts gegen Synthies, aber es würde nicht zu Blind Sight passen und so überzeugen die Jungs lieber mit packenden Songs mit mehreren Gesichtern.

Ob Blind Sight mit ihrer Mischung aus Melodic Metalcore, Groove Metal und Thrash Metal-Einflüssen innovativ sind oder nicht, kann ich nicht beurteilen, fest steht allerdings, dass mir das Gehörte ordentlich Spaß gemacht hat. Hier treffen aggressive Rhythmen auf ruhige Momente, die fast etwas in Prog Rock-Gefilde eintauchen, und energiereichen Metalcore. Zwei oder vielleicht auch mehr Welten werden von der Band zu einem stimmigen Gesamtpaket vermengt, das mal zum Träumen und mal zum Totalabriss einlädt. „March of the Clowns“ scheint demnach ein interessantes Comeback einzuleiten von dem man mehr erwarten dürfte.

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