Vietah – Zorny maroz

Vietah - Zorny Maroz

Das heutige Album liegt mir mal wieder „besonders“ am Herzen, immerhin begleitet es mich nun schon seit geraumer Zeit. Vor einiger Zeit sah ich mich aus unbekannten Gründen gezwungen, das Album auf Vinyl einer Bestellung beizufügen und kaum aufgelegt, war ich überwältigt. So überweltigt, dass ich nach dem 2. Song einschlief, was nur selten ein gutes Zeichen ist, in diesem Fall aber sehr wohl. Die Rede ist vom Debütalbum „Zorny maroz“ (2008) der weißrussischen Band Vietah, das seither einen gesonderten Platz in meiner Sammlung einnimmt.

Was Mastermind Antarctis mit Vietah fabrizieren will, ist sehr Burzum-lastiger Atmospheric Black Metal und es gelingt ihm ausgesprochen gut seinem Vorbild gleich zu kommen. Überlange Songs bauen mit viel monotoner Wiederholung ein unglaublich dichtes Klangkonstrukt, dass ziemlich fesselnd wirkt. Rohe Gitarren türmen sich dabei zu Wänden auf, die mit wenig Variation doch die ein oder andere Melodie zulassen oder sich zu Einzelaktionen wie dem instrumentellen Gitarrenstück „Vietah dy samotnaja zorka (Old Moon & Solitary Star)“ hinreißen lassen ohne auszubrechen. Die Drums fahren ähnlich, zelebrieren den immerselben Rhythmus bis zum äußersten und lassen das Album nur durch seine Atmosphäre leben.Ein geradezu hypnotischer Sog entsteht. Um die spirituelle Naturmystik und kosmischen Einflüsse in ein musikalisches Gewand zu kleiden, nutzt Vietah Keyboards, die sich klirrend und sphärisch über die Aufnahmen ausbreiten und dabei doch eher im Hintergrund agieren. Den Einfluss, den Burzum auf das Schaffen von Vietah hat, hört man dabei jede Sekunde, alles klingt irgendwie nach dem Norweger, nur die Produktion ist besser und vielschichtiger. Außerdem sind die Vocals deutlich mehr im Vordergrund. Genau genommen stechen sie sogar ziemlich weit aus dem Sound hervor, was die frostigen, heiseren Schreie besonders zur Geltung bringt. Hier und da noch ein paar raue Spoken Words für die Atmosphäre und man hat alles was diese Band ausmacht vereint. Dabei sind die fast dem DSBM entliehenen Vocals wohl das markanteste am Sound des Weißrussen. Doch kommt es bei diesem Projekt wie auch bei Burzum auf die Atmosphäre, die vertonte Geschichte an, die muss packen, fesseln und hypnotisieren und genau das tut sie. Dazu hat diese Musik etwas zutiefst entspannendes, das sich perfekt zum Meditieren oder einfach abdriften und genießen eignet. Als Abschluss des Albums gibt es nochmal etwas ganz besonderes. Das Keyboard und Synthies übernehmen komplett das Bild und kreieren bezaubernden Winter Synth, der sich vom Songwriting am Rest des Albums orientiert und wieder mehr auf Atmosphäre als auf Abwechslung setzt und doch ziemlich bezaubernd daher kommt. Sehr dicht und wunderschön.

Dass Vietah Burzum atmet, dürfte kein Geheimnis sein, denn alles schreit danach. Aber Vietah ist trotzdem Vietah, anderer Sound und deutlich zentralere Vocals machen hier den Unterschied. Was das Ein-Mann-Projekt bereits auf seinem Debüt-Album „Zorny maroz“ bietet ist einfach sehr gut gemachter und dadurch packender und intensiver Atmospheric Black Metal der ganz alten Schule, der eine sehr beruhigende und hypnotisierende Wirkung auf den Hörer ausübt. Einfach schön.

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