Lost in Desolation – Mourning I

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Beim letzten Review meinte ich ja noch, dass man bei Ván Records nie enttäuscht wird. Ein anderes Label auf das genauso zutrifft, dürfte Talheim Records aus Österreich sein. Thyrgrim, Vanhelga, Psychonaut4 und Ellende gehör(t)en zum Portfolio des Labels und auch die heute vorgestellten Australier Lost in Desolation veröffentlichten letztes Jahr ihr bereits zweites Album auf dem Label. Da ich ja bekanntlich etwas langsamer bin, kommt hier allerdings das erste Album zum Zuge, denn auch „Mourning I“ war bereits ein echt gutes Album und ganz ehrlich? Viel hat sich auch nicht verändert. Gestartet in 2012 dauerte es zwei Jahre bis die Band die Hörer mit besagtem Werk die Hörer beglücken konnte.

Was die Band fabriziert liegt irgendwo zwischen Atmospheric und Depressive Black Metal mit einem Hauch Post, eine drückende, beklemmende und intensive Stimmung sollte also vorprogrammiert sein…und genau das ist auch der Fall. Kratzige Gitarrenwände bilden das Rückgrat des Sounds und lassen trotz der Dichte betrübte, traurige Melodien aufbauen und sich entfalten. Auch hört es sich durchweg so an als wäre Regen in den Hintergrund gesamplet, das mit leichtem Gewitter daher kommt und trotz seines Verstecks unter all den anderen Klängen der Stimmung nicht undienlich ist. Vor allem, das sowas normalerweise nur in den ruhigen semi-akustischen Parts eingesetzt wird, Lost of Desolation das aber über die ganze Länge des ersten Songs einfach durchziehen, bzw laufen lassen. Alternativ finden sich in den anderen Songs Keyboards, die diesen Platz einnehmen und mal düster betrübt daher kommen, aber auch einen gewissen Hoffnungsschimmer in sich bergen. Das Drumming fügt sich zwischen den beiden ein, sorgt zumindest durch Double-Bass für etwas Kante, steuert aber durch die Becken auch einen Hauch Epik mit ein, der dem Album sehr gut steht. Was die Jungs musikalisch reißen ist nicht gerade als abwechslungsreich zu bezeichnen, aber trotzdem schaffen sie es hier und da zu überraschen. Zudem ist die Atmosphäre hier deutlich wichtiger und die sitzt einwandfrei, wird im Lauf des Albums immer weiter verdichtet und hinterlässt so bleibenden Eindruck. Da wirken dann auch die Vocals mit rein, die zwar allesamt klassisch depressives Schreien darstellen wie man es schon X mal gehört hat, aber durch Hall und Überlagern eine manische, an Wahnsinn grenzende Intensität zum Besten geben und als dominanter Part zwar im Zentrum stehen, aber den Instrumenten genug Platz zum Wirken geben.

Lost in Desolation zeigen bereits auf ihrem ersten Album wie gut Depression, Wahnsinn und bezaubernde, mit Hoffnungsschimmern durchsetzte Melodien zusammenspielen können um eine packende Darbietung abzuliefern. Dazu dichte Gitarrenwände, träumerische Keyboards und drückende Drums, fertig ist die australische Düsterkeit. „Mourning I“ zeigt eine Band mit sehr viel Potential, das auch hier bereits eingesetzt wird. Anhören!

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