Skratte – Im Nebelmeer

Skratte - Im Nebelmeer

Skratte zum 4. Das hessische Ein-Mann-Projekt aus der Region lieferte mit „Im Nebelmeer“ vor einem Jahr seine erste EP ab und leutete damit hoffentlich das Ende der Demo-Phase ein. Pünktlich zum CD-Release der EP ist auch mein Review dann mal online. Wie bereits die beiden Demos gabs auch diesmal edle ausschauende CDrs mit Vinyl-Optik, dafür wurden diesmal auf Gimmicks wie Nummerierung oder Blutschlieren verzichtet. Schade eigentlich.

Im Nebelmeer“ schafft mit seinen 3 Songs + „Einführung“ immerhin 13 Minuten an Musik auf die Beine zu stellen und folgt stilistisch dem Weg, der von der, soweit ich weiß nicht mehr erhältlichen, Single „And Silently Vanished Her Last Breath“ von 2015. Es wird also experimenteller und eigensinniger und es gibt mehr Schifferklavier. Das ganze ufert dann aus in dreckigen Black Metal wie man ihn vom 2. Demo kennt, der aber hier noch ein Stück weiter ausgereift daher kommt, und assi-folkigen Einschüben. Das Ganze zeigt sich extrem melodisch, hier und da ein paar progressive Arrangements, aber im Großen und Ganzen doch ziemlich zugänglich. Auf der einen Seite ist die Musik recht ernst, die Melodien erzeugen eine gewissen melancholische Stimmung, das Sägen der Gitarren gibt die nötige Kante und das heisere Keifen von Hevnbrann fügt sich da nahtlos ein. Auf der anderen Seite schleichen sich Black Metal-untypische Gitarrensoli ein und punkig-folkige Screams, die sich hustend und krächzend durch die LALALA-Chöre röchelt, den Folk-Einfluss mit einem dicken Augenzwinkern versieht und der Ernsthaftigkeit der Musik etwas entgegenwirkt, wodurch der Eindruck entsteht, dass die EP doch nur ein Experiment darstellt und es in Zukunft wieder in eine andere Richtung geht? Ich bin gespannt. Ansonsten überrascht Skratte ein ums andere mal durch weiblichen Gesang und erhabene männliche Clean Vocals, bevor mit die EP mit „Grausamkeit“ ein reiner Black Metal-Song mit großartigen Melodien die Ehre hat die Scheibe abzuschließen.

Skratte hat mich mal wieder überzeugt und weiter zugelegt was Songwriting und Ideen angeht. An den Schabernack im Folk-Gewand muss man sich erst gewöhnen, aber nach Kurzem grölt man doch grinsend mit, wohl wissend, dass „Grausamkeit“ klassischen Schwarzmetall bereit hält. „Im Nebelmeer“ lässt sich somit nur als gelungenes Experiment bezeichnen, in dem auch viel Potential und Ideen für kommendes steckt. Bleibt zu hoffen, dass das LALALA nicht auf das Großhirn übergegriffen hat und Herr Hevnbrann nun Korpiklaani nacheifert 😉

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