Schattenfang – Ex Cineribus: Was blieb, als du gegangen bist

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Schattenfang sind eine weitere dieser Bands, die sich immer mehr meinen Präferenzen annähern. Dabei sah das anfangs gar nicht danach aus als die Band mit dem „Vom Abgrund„-Demo und dem „Abgründe„-Album rohen 0815 DSBM ablieferten, der mir weder musikalisch noch sonst wie in Erinnerung blieb. 6 Jahre nach dem Album kehren die Thüringer deutlich gereift und verändert erneut auf den Plan und präsentiert mit „Ex Cineribus: Was blieb, als du gegangen bist“ ihr zweites Werk.

Aus dem einstigen klassischen DSBM-Gewand ist mittlerweile melodischer und eher melancholisch-betrübter Black Metal geworden, der auch die ein oder andere überraschende Wendung bereit hält. Das ganze erstreckt sich über 8 Songs und 45 Minuten und schlägt genau da ein, wo ich im Black Metal zu Hause bin. Typisch roher Black Metal-Sound lässt das Werk kantiger und böser erscheinen, hält aber die Waage und lässt den Instrumenten ihren jeweiligen Raum. Wummern, knacken und sägende Gitarren dürfen aber einfach nicht fehlen. Denn nur so schaffen es die trübsinnigen Melodien ihre atmosphärische Kraft zu entfalten und zusammen mit sägenden Riffs und wummernden Drums ein interessantes Album zu formen, das vom Charakter an Nocte Obducta, die „besseren“ Zeiten von Nargaroth oder Frostagrath’s „Der Tag an dem ich dich verlor“ erinnert. Dazu gesellen sich hier und da kleinere Stakkato-Riffs, mehr oder weniger ausufernde Gitarrensoli und ein leichter Pagan-Einschlag (v.a. „Treiben„), der so vermutlich gar nicht beabsichtigt war. Atmosphärisch ist das ganze keine Wand, sondern lockerer und wechselhafter, aber nichtsdestotrotz ziemlich gelungen. Immerhin schaffen es Songs der 11-minüter „Sommerelergie“ eine ziemlich bezaubernde, melancholische Stimmung zu erschaffen, die mir das Herz schwer werden lässt, während man bei „Treiben“ förmlich die Wellen unter einem vorüberwogen spürt. Gerade letzterer hat auch einen netten Ohrwurm-Charakter und sticht damit aus dem Album hervor. Aber auch die anderen Songs sind in keinster Weise schwächer und werden auch durch die Vocals aufgewertet, deren kehlig-gurgelnde Screams ziemlich harsch und grob auftreten, hier und da in growlende Gefilde abdriften und doch noch einen Hauch Melodie wahren. Heiß.

Schattenfang haben die 6 Jahre perfekt genutzt, sich um Welten verbessert und damit eine Punktlandung in meinen „Vorlieben“ geschafft. Ein bisschen melodisch, ganz viel Melancholie, trotzdem Aggression, ein paar Überraschungen und die sehr leichte Pagan-Note, dazu gurgelnde Screams und ich bin happy. Wer da auch drauf steht, der wird mit „Ex Cineribus: Was blieb, als du gegangen bist“ glücklich werden. Fett.

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