Antisoph – Antisoph

Antisoph - antisoph

Ich bin ja grundsätzlich offen für alle möglichen neuen Ideen. Solange sie gut gemacht sind, spricht da ja auch nichts dagegen. Nach einem, zwei oder auch ein paar mehr Durchläufen, kann sich daraus sogar ein kleiner Hype entstehen. Ein paar mehr Durchläufe hat auf jeden Fall das Debüt des Trios Antisoph aus Schleswig-Holstein gebraucht, bis der eigenwillige Bandsound Gefallen auslösen konnte. Die Jungs, die mich unter dem Namen ORB und ihrer Mischung aus Avant-garde Black und Post-Metal auf den ersten Lauscher nicht überzeugten, hatten es auch mit neuem Sound schwer. Aber die Mühe hat sich gelohnt.

Um den heutigen Sound der Band in wenigen Worten zu beschreiben: „Post-“ raus, Prog Rock rein. Prog Rock dürfte spätestens seit Pink Floyds „The Wall“ jedem Kind geläufig sein und auch progressiven Black Metal kennt man hierzulande spätestens seit Agrypnie, Enslaved (in Teilen) oder Bergthron auch. Aber Antisoph spielen keinen Progressive Black Metal, es ist eher eine Art blackened Prog Rock/Metal in einer Form, der mir zumindest noch nie untergekommen ist. Extrem sperrig schleifen die Songs voran, mal mit fetzigen Black Metal-Riffs nach vorne preschen, sich aber meist eher vertrackt, abgehackt und sekundlich in seiner Gestalt wandelnd aus den Lautsprechern drückt. Sowohl beim Drummer als auch dem Gitarristen hat man des Öfteren Sorge, ob die beiden sich nicht bald irgendwas verknoten müssten, so wie sie sich verrenken. Der Bassist hat es da auch nur minimal einfacher, wie mir scheint. Nichtsdestotrotz schaffen des die Norddeutschen Jungs irgendwie die konstanten Wechsel und die Facettenvielfalt unter einen Hut zu bekommen und für einen Normalsterblichen wie mich halbwegs nachvollziehbar zu verpacken….nach einiger Einarbeitungszeit. Das gelingt vermutlich hauptsächlich durch einige Hooks und Melodien, die innerhalb der Songs immer mal wieder zum Einsatz kommen und auch gleich den klassischen Black Metal-Gehalt oft noch etwas anheben. Das Merkmal der Band, welches am meisten von der Erwartungshaltung abweicht, die ich an dieses Album (gegen meinen Willen) gestellt hatte, sind mit Abstand die Vocals. Wenn ich mich jetzt nicht komplett verhaue, gibt es auf der ganzen Scheibe keinen einzigen harschen Schrei, kein frostiges Gekeife, kein röchelndes Grunzen. Nur sehr ausgewogenen und klaren Gesang wie man ihn von klassischen Progressive Metal und Rock-Bands kennt. Das liefert einen ziemlich starken Kontrast zu der oft doch ziemlich rabiat holzenden Instrumentalfraktion und liefert dem erst schon nicht gerade massentauglichen Sound einen weiteren „Exotenfaktor“.

Sound-technisch liefern Antisoph mit ihrem selbstbenannten Debüt einen extrem schweren, eingesinnigen und sperrigen Brocken mal mehr mal weniger angeschwärzten Progressive Metals. Ordentlich produziert drückt sich das Werk schwer und vertrackt aus den Lautsprechern und drückt und zerrt empfindlich auf (bzw an) alle(n) Gehirnwindungen. Dass so eine Brocken einige Durchläufe braucht bis man da halbwegs eingestiegen ist, dürfte nicht verwundern, faszinierend ist der Sound allerdings bereits beim ersten Auflegen und lädt gekonnt zum Einarbeiten ein. Und nach dem 10. oder 20.  Durchgang merkt man erst wie stark das Album wirklich ist, wenn es erstmal zündet.

Links:

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