Stillers Tod – Vorboten Abraxas‘

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Stillers Tod treiben bereits seit 2006 mehr oder weniger ihr Unwesen. Ein Demo, eine Split und eine EP nennt die Truppe bisher ihr Eigen, wobei die EP leider auch schon wieder 5 Jahre zurückliegt. Diese nennt sich „Vorboten Abraxas‘“ und kommt in bezauberndem und aufwändig gestaltetem A5 Digi daher und beinhaltet 3 Songs, die dank Überläge auf stattliche 23 Minuten kommen.

Bei der Aufmachung muss es sich doch auch musikalisch um etwas besonderes handeln, denk man, und wird auch schnell bestätigt und belohnt. Sehr experimentell und avant-gardistisch kommt das Ganze daher und bezaubernd legen sich vielschichtige Songs über den Geist. Sehr episch und melodischer Black Metal drückt sich mit erhabenem Klargesang und ein paar fies fauchenden Screams aus den Lautsprechern, erinnert dabei immer wieder an Nocte Obducta oder ähnlich frei denkende Bands. Der erste Song ist dabei eine Mischung aus besagtem sehr melodischen Black Metal mit donnernden Blasts und Raserei-Parts, hier und da leichter Naturmystik. Dagegen kommt der zweite Song sogar noch experimenteller daher und erinnert mich an eine Symbiose aus Neuer Deutscher Todeskunst und ruhigem, aber epischen Black Metals. Die gequälten, sehr überspitzen Clean Vocals hätten so auch von ganz frühen Goethes Erben kommen können, auch die Keyboards erinnern stark an den Sound der Zeit mit leichtem Medieval- und Gothic-Touch während die Riffs und die doch extrem übertriggerten Drums etwas Kante dazugeben. Auch die gelegentlich eingebauten Screams passen gut ins Gesamtbild und sorgen für rauere Emotionen. Der dritte Song geht dann sowohl in Richtung Nocte Obducta, ist sich aber auch für spürbare Darkthone-Einflüsse, sowohl alte als auch neue, offen und webt sie gekonnt in den klassischsten Black Metal-Song der Scheibe ein. Hier dominiert ordentliches Geknüppel mit dreckigen Gitarren und Punk-Einfluss hier und da, harschen, blechernen Screams und donnernden Blasts. 12 Minuten dauert der Reigen und bleibt konstant spannend und abwechslungsreich oder dreckig Old-Schoolig. Das Einzige, was mich wirklich stört, sind die stark klickenden Drums, die viel Unruhe in den Sound bringen und die Atmosphäre schwächen.

Ansonsten bietet sich hier sehr philosophischer Black Metal mit sehr freiem Sound, ohne Scheuklappen und vielen Einflüssen, die die EP besonders machen. Nur an den Drums sollten die Herren noch etwas arbeiten. Die NDT-Einflüsse sollten dafür weiter ausgebaut werden! Es passt einfach sehr gut zusammen und bringt ein sehr intensives Emotionales Korsett mit sich, dass unter die Haut geht. Die beiden anderen Songs sind allerdings auch nicht von schlechten Eltern und laden immer wieder zum Träumen, genießen und Aggression ablassen ein.

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