Frostreich – Join the Wind

Frostreich - Join the Wind

Frostreich beglücken den geneigten Post-Black-Fan bereits seit 2010 in regelmäßigen Abständen mit neuem Material. Das aktuelle, dritte Album des Ex-Niedersachsen Wynthar, der Frostreich als Ein-Mann-Show betreibt, erschien 2017 über die Geisterasche Organisation, eines meiner Lieblingslabel und von der Qualität mit Ván vergleichbar. „Join the Wind“ liefert 7 Stücke voller Emotion und Leidenschaft.

Das Album liefert in seinen 35 Minuten bezaubernden Post-Black Metal, der sehr melancholisch, emotional und sanft daher kommt, aber auch immer wieder seine wilde Seite zeigt und erfreulicherweise nicht komplett totproduziert wurde. Die Gitarren sägen kraftvoll und kühl durchs Trommelfell oder wabert mithilfe des Basses schwer durch den Raum und kreiert so ein eher düsteres und passenderweise frostiges Klangbild, das jedoch schnell aufgelockert wird. Immer wieder streut der Herr warme und fröhliche Melodien ein, die vom Keyboard weitere Unterstützung erhaschen. Dabei bewegen sich die Songs meist im gemäßigten Mid-Tempo und reißen nur selten nach oben oder unten aus. Stattdessen setzt Frostreich auf Ohrwurm-Songs, dichte Atmosphäre, Emotionen und interessante Strukturen. Paradebeispiel ist hier wohl „Empty Again“ mit seinem groovigen Refrain und seinen sehr verträumten Melodien. Dazu bieten die Songs viel Abwechslung was die Keyboard-Arbeit angeht, die von sphärischen Klangteppichen, über tranceartige Noancen bis hin zu träumerischem Ambient reicht und so den Hörer gefangen nimmt. Gesanglich erinnert die Scheibe dagegen eher an Agrypnie und DSBM mit seinem gequälten, aber sehr kraftvollem und aggressiv krächzenden Keifen, das jedoch immer mal von verhalltem, sehr leisen Klargesang abgelöst wird, der fast mit den Keyboards verschmilz.

Frostreich liefern auf „Join the Wind“ eine Scheibe, die ich fast schon als Ambient Post-Black Metal einstufen würde. Sehr dominante Keyboards unterstützen melancholische Songs, sehr gelungenes Drumming und packende Vocals. Dazu zeigt sich das Album sehr abwechlsungsreich, hält immer wieder Überraschungen bereit wie das sehr ruhige Instrumental „Spirit of the Lake“ oder besagtes, im Drumming fast etwas punkige „Empty Again„. Fans des Post-Black Metal dürften hier eine neue Lieblingsband finden.

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