Wasted Shells – Dark Matter

Wasted Shells - Dark Matter cover art

In alter BILD-Manier reden wir heute einmal mit den Toten…oder wenigstens über sie, denn „Dark Matter“ stellte 2015 das letzte Werk der Schweden Wasted Shells dar, die sich bereits im selben Jahr noch auflösten. Ihr musikalisches Vermächtnis sind 3 Alben und 2 EPs in gut 9 Jahren.

6 Songs aus feinstem schwedischen Melodic Death Metal mit etlichen rockigen und core-igen Einflüssen füllen die gut halbstündige EP auf brechend starke Weise und wissen bereits beim Opener „Tox“ mit kraftvollen Riffs, drückendem Bass, ordentlichen Drums und melodischen Refrains zu überzeugen. So stark wie es angefangen hat, geht es auch weiter. Eine Riff-Salve nach der anderen, irgendwo zwischen Melodic Death Metal wie man ihn aus Schweden kennen und lieben gelernt hat und beißendem Thrash heizt ordentlich ein, hier und da ein paar Core-Breaks und ein paar schwere Breakdowns und dabei immer ein Auge für Ohrwurm-Melodien. Hier und da wird das Tempo und Wucht komplett entfernt und mit ein paar ruhigen Breaks wandert die volle Aufmerksamkeit auf das betörende Organ von Ola Svensson. Auch bringen die 5 Jungs immer wieder ziemlich treibende Rocker unter, die ordentlich Spaß machen. Beispiele dafür wären wohl das Mittel-Intermezzo von „Lies“ oder die epische, langsam walzende „Power-Ballade“ „Today (The Edge)„. Immer extrem packend und abwechslungsreich hauen die Herren aus dem Norden einen Brecher nach dem anderen raus. Mal extrem episch mit Keyboards wie in letztgenanntem Epos, mal sich im Drumming fast überschlagend und schwungvoll wie bei „Breath In Breath Out„, thrashig nach vorne peitschend wie in „Masterplan“ und hier und da etwas an Slipknot zu „All Hope Is Gone“-Zeiten erinnert. Ganz ruhig wird es dann im Akustik/Indie-Rock-Song und EP-Ausklang „2215„, der nochmal die ganz düstere Schiene fährt und schwarzmalerisch mit der Zukunft abrechnet. Ruhig und gemächlich aber mit bedrückender Stimmung und atemberaubender Stimmgewalt endet hier die durch und durch richtig starke und eigenständige EP. Das Prädikat verdient sie sich nicht zuletzt durch die großartige Performance von Hernn Svensson, der nicht nur harsche, bissig keifende Schreie beherrscht, sondern auch, bzw gerade im Klargesang von vorne bis hinten überzeugen kann und zusammen mit seinen Kollegen zeigt, dass sie eigentlich für ganz andere Dimensionen gemacht wurden.

6 Songs, 5 Brecher und eine packende Akustiknummer, später bleibt einem eigentlich nur auf Replay zu drücken, denn was Wasted Shells hier abgeliefert haben, ist genau das, was Melo Death braucht. Viel Energie, Spielfreude, eigenständiges Songwriting, dass nicht nur altes widerkaut, ein paar Core-Einflüsse hier und da und rockige Momente. Moderner Melodic Death/Thrash Metal wie er sein sollte. Macht einfach von der ersten bis zur letzten Sekunde ordentlich Spaß! Kaufen!

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