Akhenaten – Golden Serpent God

201-1

Was die USA mit Ägyptern und Mesopotamien zu tun haben? Nicht viel und trotzdem vertonen das aus Colorado stammende Duo Akhenaten seit 2012 genau diese Mythologie und Epoche. Mit „Golden Serpent God“ erschien dieses Jahr sogar das bereits 3. Album der Truppe und füllt seine 11 Songs mit 45 Minuten nahöstlicher Folklore und viel Energie.

Im Kern bewegt sich das Duo irgendwo zwischen Black und Death Metal mit ziemlich klarer und druckvoller Produktion, die sowohl die rabiate Energie der Jungs bündelt als auch die folklorische Ader voll zur Geltung bringt. Schwer sägende Riffs heizen durch die Wüste und kraftvoll wabernder Bass untermauert die Dichte der Scheibe während sich die Drums mit einigen Blasts und interessanten Rhythmuswechseln und Ausreißern eine ziemlich frische und abwechslungsreiche Grundmauer zimmern. Schwer, düster und mit jeder Menge Energie im Schlepptau, knüppeln sich die Herren finster und aggressiv durch ihre Songs und geben dabei ziemlich direkt aufs Fressbrett ohne sich groß mit ausufernden Soli oder filigranen Melodien aufzuhalten. Stattdessen rauscht angeschwärzter „Old-school“ Death Metal aus den Lautsprechern und erzeugt eine extrem finstere, bedrohliche Atmosphäre. Auch gesanglich nehmen die zwei Brüder keine Gefangenen, denn sowohl die donnernden Growls als auch das beißende Keifen von Sänger Wyatt rauschen direkt auf einen zu und reißen mit ihrer hall-verstärkten Aura alles nieder. Dabei kann die Band nicht nur mit reinstem, rohen Black Death wie in „Erishkigal – Kingdom of Death“ und anderen dienen, sondern streut auch immer mal mehr (wie im Akustikstück „Akashic Field- Enter Arcana Catacombs„) mal weniger („Amulets of Smoke and Fire„) nahöstlichen Folk-Einflüsse in ihren Sound ein, die den Sound etwas an AlNamrood annähern lassen und der zugrunde liegenden Thematik gerecht werden. Theatralisch, orientalisch und dadurch ziemlich exotisch erscheint das Klangbild und doch fügt sich der Folk nahtlos in den Black Death-Reigen ein ohne ihn zu sehr zu zähmen. Das artet dann auch immer wieder in sowas wie orientalischen Industrial aus (man höre „Sweat of the Sun„), aber selbst das kann man den beiden nicht übel nehmen, immerhin fetzt der Rhythmus schon ordentlich und nimmt auch nicht zu viel Zeit in Anspruch, auch wenn der Drumcomputer die Einflüsse immer mal wieder deutlich durchschimmern lässt.

Alles in allem liefern Akhenaten auf ihrem bereits dritten Album ein richtig starkes Middle Eastern Black Death-Abrisskommando, dass mit 11 extrem facettenreichen und interessanten Songs daher kommt, bei denen auch die zahlreichen Akustik-Songs nicht als billige Füller daher kommen, sondern immer das gewisse Etwas mitbringen um sich ins richtige Licht zu bringen. Wer sich für Mesopotamien, Ägypten oder generell den Nahen Osten und ihre Kultur und Mythologie interessiert, AlNamrood aber zu schlecht produziert sind, der sollte sich mal in „Golden Serpent God“ reinhören. Enttäuscht wird er sicher nicht.

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