Awake the Sun – The Barren Sleep

THE_BARREN_SLEEP_cover

Nach dem Aus der italienischen Avantgarde-Metaller Ensoph wollten wohl einige Mitglieder nicht auf Musik verzichten und gründeten darum mir-nichts-dir-nichts ein neues Projekt, Awake the Sun, welches aber nach einem Drummerwechsel 2016 schon wieder zu Grabe getragen worden zu sein scheint. Damit scheint die „The Barren Sleep„-EP wohl das einzige Lebenszeichen einer extrem vielversprechenden Kombo zu bleiben, mit seinen fast 45 Minuten aber auch locker als Debütalbum durchgehen dürfte.

Musikalisch bietet das Paket eine richtig geile Mischung aus Progressive Rock, Doom Metal, etwas Symphonic und kleine Dark Metal-Anleihen. Was auf dem Papier schon ziemlich interessant, aber auch kitschig klingt, wird von der Truppe aus Venedig grazös veredelt. Damit bleibt es interessant, verliert aber jedweden Kitsch. Schwere Doom-Riffs treffen auf rockige Leichtigkeit und kreieren ein ziemlich melodisches, melancholisches und auch bisweilen recht düsteres und schweres Grundgerüst. Dazu gesellen sich ein paar progressive Strukturen und immer wieder recht komplexe Rhythmen und Wechsel. Einzelne Soli stechen hier und da heraus während der Rest eine Einheit bildet. Immer wieder erinnert mich das ganze an eine Gothic-Version von The Deadstation, gerade die härteren Schreie rufen Assoziationen hervor. Überwiegend zeigt sich Awake the Sun aber deutlich ruhiger und weniger djentig, sondern liefert sogar ziemlich sanfte, die Ohren streichelnde Musik, der durch die härteren Riffs ein wenig mehr Halt gegeben wird. Dazu gesellen sich ein paar im Hintergrund agierende Keyboards, die für eine erhabene Atmosphäre sorgt, hier und da ein paar spaceige Einschübe einbringt und dem Ganzen auch immer wieder einen Art Rock-Einschlag mit auf den Weg gibt. Trotz der ziemlich vertrackten Songs und progressiven Strukturen bleibt die Band aber erstaunlich zugänglich, was wohl nicht zuletzt an den großartig melodischen Vocals liegt, die wirklich immer on-point daher kommen, irgendwie nach Alternative Rock klingen und mit Hall und ähnlichem oft sehr „weich“ aus den Boxen streicheln. Ein wenig erinnern die Vocals dabei nach Warning/40 Watt Sun, nur in deutlich anderem Kontext. Hier und da wird dann bereits erwähntes Schreien eingebaut, das ebenfalls viel elektronische Spielerei mitbringt, aber wie der Rest des Albums auch, nie überladen oder künstlich klingt. Insgesamt wird das Album so zu einer recht warmen Angelegenheit und streichelt das Trommelfell mit komplexen und doch bezaubernd ergreifenden Melodien.

Wem klassischer Doom Metal zu eintönig ist, mit elektronischen Spielereien klar kommt und bei dem es auch mal progressiver und rockiger zugehen darf, der sollte sich auf keinen Fall Awake the Sun entgehen lassen. Auch wenn nach „The Barren Sleep“ wohl nichts neues mehr kommen wird…allein diese EP ist es wert der Album sein volles Gehör zu schenken! Koofen, koofen, koofen (fragt sich nur wo…)!

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