Grimorium Verum – Revenant

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Heute widmen wir uns wieder mal einer russischen Band, einer Band, die bereits seit über 20 Jahren ihrer Linie treu bleibt und deren Albumtitel alle mit „Re“ beginnen. Aktuell agiert Grimorium Verum als Duo mit Live-Keyboarder nachdem Drummer/Gitarrist John Money die Band verließ. In dieser Zwei-Mann-besetzung wurde nun also auch das neuste Album „Revenant“ eingedroschen, das immer wieder interessante Wendungen im Symphonic Black-Kosmos einschlägt.

Die Produktion der Scheibe ist ordentlich bombastisch, kraftvoll und klar und lässt so den furiosen Reigen gleichsam epischer wie brutaler wirken. Jedes Instrument hat seinen Platz im Mix und kommt gut zu Geltung, nichts klingt schlammig oder verwaschen, alles böllert ordentlich aus den Boxen. Zu den Haupteinflüssen zählt die Band unter anderem Marduk, Dimmu Borgir und Dark Funeral, ihr Endergebnis erinnert allerdings mehr an ganz frühe Cradle of Filth oder Carach Angren. Schneidende Riffs und donnernde Blasts dominieren oft das Bild, geben sich allerdings mit stark groovenden Momenten die Klinke in die Hand. Dementsprechen zeigt sich das Album mal frostig, aggressiv und old-schoolig mit grimmigen Vocals und kaum Keyboards und mal erwächst aus dem nichts ein episches, symphonisches Rhythmus-Monster mit Stakkato-Gesang, sanfteren Drums und schwereren, düstereren Riffs. Hier bilden die Keyboards die Frontlinie und bescheren den Hörer mit erhabenen Klängen, bombastischer Wucht und sich stetig ausweitenden Klanglandschaften. Der Band gelingt der Wechsel zwischen der Marduk-Black Metal-Walze und Carach Angren-Bombast spielerisch und liefern so 56 Minuten Musik, die keinerlei größere Hänger aufweist. Auch gesanglich wird einiges geboten, denn während harsches, frostiges und ruppiges Keifen den Gesang dominiert, verlässt die Band auch gerne mal ihre Komfortzone und lässt auch mal leicht verhallten weiblichen Klargesang die Hauptrolle spielen (wie in „The Kingdom of the Pain„) oder bedrohlich wirkende männliche Cleans, die auch aus einem ruhigen Moment eines Gothic/Doom- oder Progressive-Metal-Albums stammen könnten (siehe „The Great Serpentine Saint„). Letzteres Lied überzeugt darüber hinaus noch mit ziemlich fetzigen Gitarrensoli.

Grimorium Verum erfinden Symphonic Black Metal nicht neu und man hört glasklar die Einflüsse der großen des Genres, aber die Band bringt ihre Version sehr überzeugend rüber, man hört ihnen sie „Spielfreude“ an und die Symbiose aus Bombast, Groove und blinder Raserei macht einfach Spaß beim Zuhören. Hier und da liefert „Revenant“ noch ein paar richtig interessante Überraschungen und verlagert sich doch etwas in einen eigenen Sound. Wer auf Symphonic Black Metal mit optisch nicht ganz so viel Kitsch und musikalisch ähnlich Cradle zu „Dusk and Her Ambrace„-Zeiten steht, der ist mit diesem Album bestens aufgehoben.

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