Black Magic Fools – Soul Collector

COVER_SOUL_COLLECTOR

Schweden kann nicht nur Death Metal, das sollte ja jedem hinlänglich bekannt sein, sei es durch Dark Funeral, Bathory oder Candlemass. In Sachen Folk Metal und allem was damit zu tun hat war Schweden allerdings schon immer dünn besiedelt, gerademal Yggdrasil und Månegarm fallen einem da in den Sinn und ein Blick ins Metal-Archive zeigt gerade einmal 64 Einträge. Deutschland hat gut 3x so viele Bands anzubieten. Da kommen die Black Magic Fools und ihr Debüt „Soul Collector“ gerade recht um das Banner hoch zu halten.

Was die Herren zu bieten haben ist eine dreiviertel Stunde richtig interessantem und eigenständigem Folk Metal, der immer eine leicht düstere aber doch epische Note bewahrt. Bereits mit dem Dudelsack-Intro stellt sich eine schottische Grundstimmung ein, die etwas an Lock Ness bei Nebel erinnert und sich im erste Song („Grave Dancer„) nur so halb relativiert. Geboten wird ein durchaus tanzbarer Rache-Song mit Vocals die an Alestorm erinnern und Musik, die an eine Metal-Version deutscher Medieval-Bands wie In Extremo Anfang der 0er angelehnt zu sein scheint, was dadurch bestätigt wird, dass die Herren unter anderem Schelmish zu ihren Einflüssen zählen. Eine tragende Rolle im Soundgerüst bilden auch immer wieder Violine, Geige oder auch die Maultrommel, was den mittelalterlichen Sound noch weiter ausbaut. Das Grundgerüst erhält dann im Verlauf der Scheibe noch einen progressiven Anstrich mit vertrackten Rhythmen und Fingerknoten-Riffs oder geht mal in eine ziemlich groovige Richtung. Dadurch wird das Ganze erstaunlich eigenständig und entwickelt sich oft in unerwartet proggige oder sogar jazzig anmutende Richtungen, bevor mit „Last Supper“ das obligatorische Trinklied erklingt, bei dem die Herren allerdings ihre sehr düstere und kraftvolle Seite weiter voll ausspielen und dem kraftvoll geschwungenen Humpen einen Faden Beigeschmack beimischen. Gerade die Geigen und die schweren Riffs drücken hier ordentlich auf die Stimmung. Im ganzen Album schleichen sich immer wieder sehr melancholische Streicher-Soli ein, die zusammen mit verspielten Gitarren-Solis betörende und verträumte Momente erzeugen und das Ganze etwas positiv auflockern. Als Albumausklang folgt die Ballade „Vädjan„, die mit Akustikgitarre und weiblichem Klargesang nochmal eine ruhige, naturmystische und melancholische Seite der Band zeigt und dem Album so zu einem versöhnlichen Ende verhilft.

Wer auf Bands wie Schelmish, In Extremo genauso steht wie auf Eluveitie, Apocalyptica und Prog Rock, der sollte sich die Schweden Black Magic Fools mal genauer anhören. Mit ihrer ganz eigenen Mischung aus Medieval, Folk, Metal und progressivem Hard Rock haben sie auf ihrem Debüt-Album „Soul Collector“ eine Menge Frischen Wind in das Genre geweht und sich eine eigene Nische erspielt, die es nun zu verteidigen und auszubauen gilt. Das dürfte den Herren und Damen allerdings spielerisch gelingen.

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