Ritualia Hominis – Von Sinnen und Gezeiten

front

Mit Ritualia Hominis geht es heute mal wieder in die Heimat. Das deutsche Ein-Mann-Projekt veröffentlichte im April sein erstes Werk digital, nun folgt im Oktober der CD-Release. Das ursprüngliche Debüt wurde soweit ich weiß nie veröffentlicht, also erreicht und eigentlich sogar gleich sein Zweitwerk. „Von Sinnen und Gezeiten“ lautet der Titel des Albums und liefert 8 ziemlich interessante Songs.

Die Basis des Projekts liegt offensichtlich im Black Metal und so sind die 40 Minuten des Albums überwiegend mit dissonanten Riffs, donnernden Drums, Dauerfeuer an der Bass Drum und dreckig-fiesem Keifen, das alles immer wieder sehr melodisch daher kommt. Zu blinder Raserei und extremer Aggression lässt sich der Herr hinter dem Projekt allerdings nicht hinreißen, sondern lässt das Ganze in eine sehr atmosphärische Richtung gehen…viel Melodie, ein paar Dark Metal-Einflüsse und alles in allem ziemlich modern. Immer wieder wird der ruppige Sound von kurzen Oasen der Ruhe unterbrochen, die dem ganzen auch durch den tiefen Klargesang einen ganz leichten Gothic-Vibe mit auf den Weg gibt und auch ein Hauch Doom lässt sich immer wieder finden. So entsteht ein im Black Metal fußendes Gebilde, dass durch diese Einflüsse schon fast in Richtung düsteren Avant-garde Black Metal geht und hier und da auch an die Tolkien-Schwarzheimer Carn Dûm erinnert. Gibts die eigentlich noch? Wie dem auch sei… Ritualia Hominis kreiert auf „Von Sinnen und Gezeiten“ modernen Black Metal, der sowohl musikalisch als auch textlich ziemlich ordentlich und aufgeräumt daher kommt. Mit moderner Produktion, die den rohen Charakter trotzdem aufrecht erhält und vielen, bereits erwähnten Einflüssen, werden die durchweg ziemlich gut geschriebenen Texte ordentlich zur Geltung gebracht und mal mit rauen, keifenden Vocals, mal mit tiefem Klargesang und mal in Erzählerstimme übermittelt.

Ritualia Hominis könnten einer der vielen potentiell großen im deutschen Black Metal werden, denn das Zeug dazu hat der Herr allemal. Was er auf „Von Sinnen und Gezeiten“ zaubert, bewahrt den alten Geist des Black Metal und erweitert ihn um einige Facetten, die dem ganzen die nötige Eigenheit und Tiefe geben um sich etwas von der Masse abzuheben. Noch dazu ist das Alles sehr flüssig ineinander verwoben und sehr gut ausgeführt. Das Projekt sollte man unbedingt im Auge behalten!

Links:

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