Adaro – Schlaraffenland

adaro schlaraffenland

Einmal mehr muss ich mich dieser einzigartigen deutschen Mittelalter-Rock-Kombo annehmen. Nach ihrem zweiten Album „Minnenspiel“ ist nun also auch das dritte und letzte Werk Adaros („Schlaraffenland„) von 2004 auf meiner Seite vertreten.

Was Adaro seit jeher auszeichnet ist ihre sehr eigene Interpretation des Mittelalter-Rock, der sowohl experimentell als auch eingängig daher kommt. So werden die traditionellen Texte von Schreiberlingen wie Hans Sachs, Oswald von Wolkenstein oder Jakob Thurner ins neue Musikzeitalter transportiert. Sanfter (Classic) Rock wird hier mit mittelalterlichen Instrumenten wie Dudelsäcken, Drehleiern, Krummhörner, Flöten und vielem mehr kombiniert und geht so in eine andere Richtung als es InExtremo oder Saltatio Mortis zu tun pflegen. Dazu kommen die eigenwilligen, progressiven und sperrigen Arrangements, die sich mit doch ziemlich eingängigen, fast poppigen Segmenten abwechseln, aber nicht verhindern wollen/können, dass man sich schnell einlebt. Von progressive-verqueren Rockern („Wer alten Weibern traut„) über avantgardistische Ausuferungen („Der Edelfalk„) bis zu schnellen Mitsing-Songs („Frau du sollst unvergessen sein„) ist hier alles vertreten, modern, altertümlich und emotionsbeladen. Dazu streut die Truppe auch elektronische Momente und Einflüsse in ihre Songs, ohne es mit Dubstep und Genudel zu überladen, sondern eine ruhige, elektronische Spielerei mit einfließen zu lassen, die erstaunlich gut zu den Songs passt und die Band noch weiter von ihren Szenekollegen absetzte…wodurch sicher auch einiges an Popularität eingebüßt wurde. Egal ob weiblicher oder männlicher Gesang, die Vocals sind einer der stärksten Parts des Albums, extrem abwechslungsreich (wie alles andere), warm und klar und immer perfekt an die Themen angepasst. Die Herrschaften lassen es einfach funktionieren.

Wer mal etwas frischen Wind in seine Mittelalter-Sammlung bringen will ohne auf den Templer EDM von Heimataerde zurückgreifen zu müssen, der sollte sich Adaro und ihr Album „Schlaraffenland“ unbedingt anhören, die Jungs und Mädels verdienen jede Aufmerksamkeit die sie kriegen können, auch wenn sich sich vor ~10 Jahren wieder auflöste…unter anderem wegen schlecht besuchter Konzerte.

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