Ash of Ashes – Down the White Waters

cover

Pagan Metal hat sich totgelaufen in ewigen Saufgelagen und Kampfeshymnen? Von wegen! Klar, die Mehrheit bedient das alte Klischee vom saufenden Helden, der Nächte durchzecht und Armeen im Alleingang besiegt, aber es gibt glücklicherweise auch einige Vertreter, die die Sache deutlich ernster nehmen und epische Hymnen ohne billigen Kitsch-Pathos zaubern. Ash of Ashes wären das perfekte Beispiel dafür, denn ihr Debütalbum „Down the White Waters“ vereint Epik mit germanisch-nordischer Mystik.

10 Songs und damit übe 40 Minuten heidnischer Epik hat das Nordrhein-westfälische Duo auf CD gepresst und das zum Einen extrem eigenständig verpackt und zum anderen sehr aufrichtig und ohne falschen Pathos vertont. Basierend auf einer Idee von Skaldir (ex-Hel) ist in enger Kooperation mit Morten (ex-Folkearth) ein Album entstanden, das Vergleiche sucht, aber nicht wirklich findet. Episch wie Menhir, könnte man sagen, ein bisschen wie eine moderne und deutlich erhabenere Version von Bathory’s „Hammerheart„, könnte man ebenfalls sagen. Aber irgendwie passt es doch nicht. 10 epische Hymnen mir orchestraler Macht, erhabener Mystik und Melodien und großartigem Klargesang, sich langsam zu unglaublichen Monstern entwickelnde Songs irgendwo zwischen nordischen Epen und epischer Nordik gelegen berauschen die Sinne und entfalten eine extrem fesselnde Energie auf den Hörer. Gemächlich aber bestimmt drängen sich Riffwände in den Vordergrund, werden dabei von gemächlichem Drumming und filigranem Basspiel unterstützt und erhalten durch den betörenden Klargesang von Skaldir den letzten Feinschliff. Die Jungs beherrschen sowohl Instrumente als auch Mikrofon und auch die Gastmusiker scheinen ihr Handwerk zu verstehen und so kreiert das Projekt ein sehr dichtes, sehr atmosphärisches und abwechlsungsreiches Machwerk, das so machen alteingesessenen Kollegen locker die Show stiehlt. Ganz großes Kino. Bereits beim titelgebenden Opener ist man gefesselt und spätestens beim viergeteilten und mit ordentlich Black-Metal-Einfluss daher kommenden „The Lay of Wayland“ sind alle Zweifel zerstreut und man ergibt sich in die epische Welt der Germanen ohne auch nur kurz mit der Wimper zu zucken, sondern mit geschlossenen Augen, tief tief versunken in ein großartiges Album.

Wer in den letzten Jahren die Hoffnung auf guten Pagan Metal verloren hat, der wird durch Ash of Ashes wieder auf den Geschmack kommen, da gebe ich sogar ne Garantie und das liegt nicht (nur) an den paar Bierchen, die ich aktuell intus habe, sondern vor allem an der extrem faszinierenden und befriedigenden Mischung aus epischer Klanggewalt, melodischer Filigranität und ausufernder Melodik. „Down the White Waters“ ist von vorne bis hinten bockstark und sollte bei jedem Pagan-Fan direkt neben Bathory, Menhir und Windir im Regal stehen.

Links:

Bandcamp Facebook Metal-Archives YouTube

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s