Uratsakidogi – Black Hop

Uratsakidogi - Black Hop

Black Hop„…der Name ist Programm. Seit den späten 90ern experimentiert das russische Projekt Uratsakidogi (benannt nach einer ähnlich klingenden Hentai-Serie) mit verschiedensten Einflüssen. Zunächst irgendwo im Schnittbereich zwischen Death Metal, Hardcore und Industrial unterwegs, entwickelte man sich im Laufe der Jahre immer mehr in Richtung Hip Hop. Das jüngste Machwerk aus der sich nicht völlig ernst nehmenden Truppe hört auf den illustren Titel „Black Hop“ und bietet genau das was der Titel verspricht…eine Mischung aus Black Metal und Hip Hop.

Nach dem obligatorischen düsteren Intro („Into the Ghettomist„) geht der Spaß auch sogleich los. Wummernde Beats von blechernen Drumcomputern legen den rhythmischen Boden auf dem von atmosphärischen Gitarren ein dichter Nebel aus Dauersägen gelegt wird. Nicht wirklich riffig, aber man erkennt eindeutig die schwarzmetallischen Einflüsse. Dabei bilden die Gitarren in den Songs leider eine etwas zu unterrepräsentierte Konstante, ein konstantes Raunen irgendwo im Hintergrund, aber nichts handfestes. Die old-school Beats sind da schon deutlich präsenter und kleiden die Songs auf eine meist minimalistische Weise aus. Gelegentlich erhalten sie noch einen elektronisch angehauchten Spielgefährten, der das Album auch leicht in die Industrial Ecke zu schieben vermag, der Hauptfokus liegt allerdings auf Vocals, Texte und ja…auch auf der Optik. Immer wieder finden sich dort Anspielungen auf Bands wie Darkthrone, Mayhem oder Marduk sowie die typischen Black Metal-Klischees, die mit gewissem Augenzwinkern mit slavischen Vorurteilen und Klischees angereichert werden was dann zu Zeilen wie „Under the Funeral Moon in Concrete Forest“ führt (nur eben auf russisch… auf Youtube teils mit Untertiteln!). Dazu alternieren die Vocals zwischen fiesem, frostig keifendem Scream-Rap, tiefem fast gegrowltem Rappen und ein paar eingestreuten weiblichen Akzenten. Wer bei Gho$tmane bereits der Meinung war, er hätte Black Metal mit Rap gekreuzt, der achtet mehr auf Optik als auf die Musik. Bei Uratsakidogi verschmelzen beide Welten zu einer Mischung aus frostigen Gitarren, Old-School Hip Hop, Adidas, Ölfassfeuer und Corpsepaint.

Elitisten aufgepasst, ein neuer Angriff gegen die Black Metal Volksfront setzt zum Blitzkrieg an. Uratsakidogi und ihr „Black Hop“ setzen ganz neue Maßstäbe was Crossover angeht und bringen das sowohl mit einer guten Portion Humor als auch mit wirklich ernst gemeinter Musik rüber. Mich hats überzeugt, auch wenn die Mixtur zunächst vielleicht seltsam befremdlich klingt, aber die Jungs schaffen es, es funktionieren zu lassen. 50 Minuten einer obskurer Mixtur, die man einfach mal gehört haben muss um es glauben zu können.

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