Stardust – Fragmente eines gebrochenen Lebens

stardust - fragmente eines gebrochenen lebens

Mit „Fragmente eines gebrochenen Lebens“ meldet sich mal wieder eine Formation der Saarländischen Nahetal Klangschmiede zu Wort, die unter dem Namen Stardust bereits seit 2010 mal mehr mal weniger aktiv ist. Nach einigen Demos, Splits und einer zusammenfassenden Compilation legen die drei Herren, die man vielleicht aus Carn Dûm, Immorior oder Nýr Gata kennt, ihr Debüt-Album vor, das 9 Stücke unterschiedlichster Länge auf einem Silberling vereint.

Wie man es von genannten Bands auch schon gewohnt ist, setzt die Truppe auf erhabenen, sehr atmosphärisch getragenen und ruhigen Black Metal, der hier jedoch deutlich depressiver und dunkler daher kommt. Erhaben und verträumt reist man durch die Agonie und Verzweiflung des „gebrochenen Lebens“, geht auf Entdeckungsreisen in die Wirren seiner Seele und fühlt sich von den aufkommenden Emotionen regelrecht erdrückt. Ruhige Riffs klirren frostig durch den Raum und liefen doch einige Melodien hier und da während die Drums mal ebenso ruhig wie beständig arbeiten mal eher ein Double Bass-Gewitter abfeuern. Darüber legt sich wie ein Schleier eine Schicht extrem melancholischer Keyboard-Linien, die einen doch hier und da an die neueren Alben von Freitod erinnern und dem ganzen Album diesen verträumten, melancholischen und warmen Charakter mit auf den Weg geben. Als Ausgleich liefern zum einen die Drums immer wieder kleinere Blast-Segmente und vor allem die haschen Schreie des Sängers liefern eine ruppige Darbietung ab. Und genau dieses Zusammentreffen aus ruppiger Kälte und Schärfe und fragiler Psyche und Keyboards macht dieses Album zu einem der seltenen Lichtblicke im stagnierenden DSBM, denn statt flach auf denselben Riffs zumzukauen gehts hier auch mal ordentlich zu Sache, Rage und Geknüppel setzen ein und lockern so die bezaubernde Atmosphäre der Stücke mit etwas Wahn auf. So kreiert die Band ein durchweg spannendes, fesselndes und bezaubernd schönes Machwerk, das an der 60-Minutengrenze knabbert ohne sich in 0815-Monotonie-Riffs zu zerlaufen, sondern sogar in den akustischen Interludes seinen eigenen Weg weitergeht.

Die Klangschmiede tut was sie am Besten kann: rohen Black Metal mit sehr atmosphärischen und ruhigen Momenten paaren und dadurch eine extrem schöne Klangwelt zu erzeugen, die einen mit seiner faszinierenden Schönheit und Macht in den Bann zieht. Wer die anderen Bands der Jungs feiert, es aber auch gerne mal etwas düsterer hat, der kommt um Stardust und ihr Debüt „Fragmente eines gebrochenen Lebens“ schwer herum. Endlich mal wieder was geiles für die eigene Lethargie.

Links:

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