Ophis – Withered Shades

Ophis - WIthered Shades

Mit Ophis warm zu werden hat lange gedauert. Wieso? Keine Ahnung, irgendwie hat die Musik der Herren nicht geklickt und das obwohl ich „Withered Shades“ jetzt schon etliche Jahre im Schrank stehen hab. Ursprünglich gekauft, weil Seuche von Fäulnis Gastgesang beigesteuert hat, ist es ziemlich schnell weggestellt worden, zu langweilig erschien mir das Gebräu, aber vor gut zwei Wochen hats dann nach wiederentdecken der Scheibe klick gemacht. Wie der Zufall eben manchmal spielt.

Langsam, schleppend und durch urgewaltig drängt der Death-Doom der Hamburger auf einen ein und dröhnen bleischwere Riffs durch den Raum.  Doch zu der Schwere gesellen sich erstaunlicher Weise immer wieder rockige Segmente und atmosphärische Gitarrenmelodien, die sich wie ein roter Faden durch das Album zu ziehen scheinen und die doch sehr schwere Kost auflockern und Spaß bringen. So versinkt die Scheibe nicht in seiner eigenen Schwere, sondern bleibt abwechslungsreich. Doomige Schwere mit recht sanftem Drumming, das die Songs nicht wirklich antreibt, aber dafür sind auch die Gitarren zuständig. So legt es nur den Grundstein für das Monster. Denn die liefern tiefe, grollende Death Metal-Riffs in Zeitlupe, wodurch sich die Wucht selbiger um einiges erhöht. Vor allem, wenn man die Doom-Einflüsse mal hoch- mal runterschraubt und werden so mal extrem dicht und mal rockig, fast schon punkig. Die Übergänge sind flüssig und so macht das ganze erstaunlich viel Bock, deutlich mehr als ich ihm anfangs zugestehen wollte. Dazu gesellen sich tiefe, markerschütternde Growls, die zwar wegen der sehr weit ausgedehnten Instrumentalparts immer wieder mal wegfallen, aber dadurch nichts an ihrer durchgängigen Intensität verlieren. Die harschen Schreie von Seuche im zweiten Song steuert da auch nur marginal gegen, lockert das Ganze aber immerhin etwas auf. Auf diese Weise vergeht das etwa einstündige Album schneller als das Genre verspricht und wird unterwegs nicht wirklich langweilig.

Ophis bieten auf ihrem zweiten Longplayer eine gute Stunde feinsten Death/Doom, der mit rockigen Parts immer wieder für Oho-Momente sorgt während tonnenschwere Riffs den letzten Atem aus den Lungen drücken. Bei Freunden des langsamen Todesstahls dürfte „Withered Shades“ zwar schon seit Jahren im Schrank stehen, für die dies jedoch noch nicht kennen: jetzt kennt ihrs 😛

Links:

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