Red Harvest – HyBreed

Red Harvest - HyBreed

Nach der Black Metal-Attacke letzte Woche wirds diesmal wieder deutlich experimenteller und verrückter. Es geht nach Norwegen in die Hauptstadt Oslo zu den Experimentalisten von Red Harvest, die 1989 mit Thrash Metal anfingen um dann Mitte der 90er immer weiter in den Industrial und elektronisches Abzudriften ohne den Metal dabei außen vor zu lassen. Damit haben sie einen ähnlichen Werdegang hinter sich wie Havoc Unit/…and Oceans….nur ohne die ganzen Namensänderungen. Dabei wird das heute vorgestellte „HyBreed“ von 1996 oft als Zenit der Band betitelt. Grund genug mal reinzuhören.

Klingen tut das Ganze mal nach Havoc Unit, mal nach Ministry, oft aber ganz eigen, denn der Metal stellt im Schaffen der Jungs immer den zentralen Aspekt dar auf dem sich dann eine Industrial-angehauchte Schicht legt, die dem ganzen einen post-modernen Anstrich verleiht und das Album ein gutes Stück steriler und kühler werden lässt als es mit den warm wabernden Riffs möglich gewesen wäre. Dazu gesellen sich verhallte Rufe als Vocals und fertig ist der norwegische Industrial-Metal-Mix. Groovende Riffs treffen hier auf stampfenden, meist sehr subtilen Industrial, der sich mehr im Songaufbau und den Arrangements als in ausufernden Elektronik-Parts wiederspiegelt, aber immer präsent zu sein scheint. Im Hintergund wabern immer, fast durchgehend, futuristische Klangkulissen und Geräusche, die dem ganzen ebenfalls einen elektronischen, gelegentlich sogar an Sci-Fi erinnernden Hintergrund geben. Aber experimentell wäre das Ganze ja nicht, wenn es nicht auch Abwechslung gäbe, so gehen Songs wie „Mutant“ oft völlig eigene Wege und werden so unberechenbar wie Havoc Unit und schaffen es sogar den gleichen Wahnsinn einzufangen, während „On Sacred Ground“ etwas an Ulver mit harten Riffs erinnert. Auch trifft der sehr rhythmische Industrial Metal immer wieder auf Relikte alter Zeiten, sprich einige Thrash-Einflüsse die der Band noch anhaften. So lässt sich ziemlich schnell erkennen, dass die Scheibe ziemlich viel Abwechslung zu bieten hat und durch seinen Aufbau auch nicht Industrial-Fans (also klassische Metaller 😛 ) auf seine Seite ziehen könnte.

HyBreed“ von Red Harvest ist ein dickes Brett aus groovendem Industrial, sägenden Riffs und den gewissen Etwas hier und da und überzeugt so recht schnell auch zunächst skeptische Gemüter. Es ist immernoch genug Metal da um nicht an Industrial-Monotonie zu verkommen oder mit Elektro-Überschuss wie Party-Pop zu klingen, sondern bildet eine eiserne Symbiose mit stampfendem Druck und dystopischer Atmosphäre. Geniale Scheibe!

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