Nevain – Silence Within

Nevain - Silence Within

Heute habe ich mal wieder was exotisches für euch, denn Nevain kommt aus Israel, einem Land, bei dem man in Sachen Metal eigentlich nur Orphaned Land kennt, in Black Metal kreisen vielleicht noch Tangorodrim. Bei manchen klingelt vielleicht noch bei Arafel ein Glöckchen, immerhin ist der Ex-Equilibrium-Sänger Helge Stand dort seit 2009 am Mikro aktiv. Letztes Jahr war es dann soweit und das 2012 ins Leben gerufene Ein-Mann-Projekt veröffentlichte mit „Silence Within“ sein erstes Album in schönem Digipak und über Bandcamp.

Nevain hat dabei am ehesten etwas mit Orphaned Land gemein und das sind die Doom Metal-Einflüsse, geht aber in eine völlig andere Richtung. Musikalisch erinnert das Gebräu des Projekts mehr an Ambient und Atmospheric Black Metal, denn es kommt mit sehr erhabenen und dominanten Keyboards daher, die einen sehr dichten, atmosphärischen Teppich weben und verträumt  wabernd bezaubern können. Mal geht das Ganze mehr in Richtung Streicher, mal eher in typisch-weiche Keyboard-Orgel und etwas Bläser, also eigentlich ziemlich typisch für derart Atmosphärisches und Verträumtes. Dabei setzt Nevain allerdings nicht auf ruppigen, kalten und sägenden Black Metal sondern auf düsteren, schweren und langsam nach vorne stampfenden Doom Metal, der relativ mächtig den Raum füllt. Die Riffs und der gesamte Songaufbau  sind zwar nicht unbedingt sehr innovativ oder anspruchsvoll, es hält sich stattdessen eher mit einfacheren Riffs und Verläufen über Wasser, schafft es aber trotzdem (oder gerade deswegen) eine ziemlich schöne und packende Atmosphäre aufzubauen, die höchstens gegen Ende etwas Öde wird, was vielleicht auch daran liegen könnte, dass das Material komplett instrumental ist, was mir persönlich nicht ganz so zusagt. Das Debüt von Nevain kommt aber auch ohne ganz gut aus und findet eine schöne Balance zwischen doomiger Schwere und leichtfüßigen Keyboards.

Wer mal etwas orientalisches im Schrank stehen haben möchte, der darf hier gerne mal reinhören, denn „Silence Within“ ist ein grundweg sehr schönes Debüt, das zwar recht einfach gehalten ist, aber die Atmosphäre aufbaut, die es haben möchte. Zwischen Schwere und Leichtheit, Doom und Traum, und das ganz instrumental zeigt Nevain sein Potential aus dem hoffentlich noch deutlich mehr Musik erwächst.

Links:

Bandcamp    Facebook    Metal-Archives    YouTube

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