Edremerion – Ambre gris

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Begeben wir uns mal wieder nach Frankreich, das Land des sperrigen Black Metal und verqueren Strukturen und da machen auch Edremerion mit ihrem Debüt „Ambre gris“ keine Ausnahme und zeigen nach 2 EPs in den letzten 9 Jahren endlich ihr volles Potential. Veröffentlicht wurde das Gante natürlich von meinem Lieblingslabel, dem mighty Anesthetize Productions, diesmal allerdings in Zusammenarbeit mit einem anderen mir ebenfalls gut geläufigen Gefährten aus Weißrussland: Symbol of Domination. Da kann also nur was ziemlich geiles bei rauskommen.

Ambre gris“ zieht seine Wurzeln aus dem klassischen Black Metal, formt daraus allerdings etwas ziemlich verstörendes, avantgardistisches, dissonantes, beklemmendes und ist dadurch zwar anfangs ziemlich anstrengend, wächst aber mit der Zeit zu einem starken Werk tiefschwarzer Kunst. Dissonante Riffwände verstören den Hörer während sich immer wieder eine dem Post-Black entlehnte Leichtigkeit und Wärme aufbaut und sich gequälte Screams mühsam aus dem Schatten trauen. Immer wieder wechseln sich schwarze Brecher mit donnernden Blasts, stürmischen Gitarren und viel Gewalt dahinter mit ruhigen, fast schon betörenden Gitarrenmomenten ab, das Auge des Sturms so zu sagen. Hier und da ein kleines Soli zum Auflockern und schon gehts weiter. Natürlich ist das nichts für jedermann und durch die eher ruppige Produktion wird das Album noch etwas uneingängiger und sperriger, mir sagt es aufgrund seiner „Komplexität“ im Songwriting und dem Intensiven, Verstörenden das der Musik anheftet zutiefst faszinierend. Dazu die Stimme, die mal manisch, mal betrübt und mal schizophren das Unheil verkündet, sich dabei mal mit Hall, mal Mehrstimmigkeit unter die Arme greifen lässt um sich noch weiter zu manifestieren und in den Gehörgang einzubrennen ohne auf große Melodie wert zu legen. Und dazu ein paar kleinere Spoken Word Samples auf (wer hätte es gedacht) Französisch, einer Sprache in der auch die Vocals gehalten sind und die sich ziemlich gut für derart sperrige Musik eignet.

Wer es wüst, sperrig, etwas avant-garde-angehaucht und intensiv haben möchte, der sollte sich das Debüt von Edremerion unbedingt mal anhören, denn die Franzosen sorgen mit ordentlich dissonantem Black Metal der härteren Gangart für ordentlich „Kopfweh“, dass sich aber schnell in Wohlgefallen auflöst. „Ambre gris“ ist ein echter Brocken, der Zeit zum Wachsen braucht. Aber es lohnt sich.

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