Vaakevandring – Vaakevandring

vaakevandring - demo 98

Heute lasse ich meiner leichten Vorliebe für Spät-90er Demo-Tapes mal wieder freien Lauf und präsentiere euch das erste (und einzige) Demo der Norweger von Vaakevandring, welches 2004 nochmal neu gemastert und mit einem Bonussong versehen auf den Markt kam. Leider viel zu wenig, wenn man bedenkt, dass die Band gut 8 Jahre aktiv war und sogar schon Material für ein zweites Demo gesammelt hatte, was aber soweit ich weiß nie veröffentlicht wurde.

Die Band erlangte mit ihrem Demo über die Jahre beinahe schon Kultstatus in der christlichen Black Metal-Szene und das obwohl sich darauf nur 3 Songs befinden. Gemessen an der Qualität des Materials allerdings völlig zurecht, denn was das Sextett auf den 16 Minuten zaubert ist schon beachtlich. Zelebriert wird symphonischer Black Metal im Stil der Zeit, schön ruppig und rumpelnd, aber mit einer Erhabenheit, die es aus symphonischen und folkigen Elementen zieht, dass man nicht anders kann als sich verzaubern zu lassen. Ulver fallen einem genauso ein wie Mortiis und Emperor und genau diese Mischung macht den Charme der Truppe aus. Sägende Riffs und donnernde Drums treffen auf ein episches Keyboard, das mal symphonische Elemente mit Ambient-Vibe zaubert und mal folkige Flötenklänge und eine Ulver-nahe Atmosphäre kreiert. Dazu wird immer wieder Streichern Platz gemacht, die ein sehr ruhiges Bild malen. Und das Ganze geht sehr schön flüssig ineinander über. Sehr melodisch, aber doch mit ruppiger Kante und Härte gehen die Herren und die Dame zu Werke und zeigen sich in den Vocals genauso abwechslungsreich wie an den Instrumenten. Harsches, grimmiges Keifen wechselt sich ab mit epischen Männerchören a la Menhir und auch weiblicher Gesang kommt nicht zu kurz und passt sich so immer der aktuellen Stimmung an. Keiner der drei bzw. vier Songs fällt negativ aus der Reihe, alle passen wundervoll zusammen und zeigen eine Band aus der so viel mehr hätte werden können.

Wer sich also mit folkigem und symphonischen Black Metal berieseln lassen will (berieseln ist wohl das falsche Wort)… der sollte unbedingt Vaakevandring anchecken, denn was die Herrschaften auf ihrem einzigen Werk veröffentlichten, ist ein Paradebeispiel für das was mich an den späten 90ern so fasziniert. Man muss nichts neues machen, man kann auch einfach altes weiterentwickeln und perfektionieren. Vaakevandring haben Elemente von Ulver, Emperor und Mortiis genommen, vereint und damit ein sehr intensives Erlebnis zwischen Ambient/Synth, Black Metal und folkigen Elementen geschaffen. Sehr schön!

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