From the Vastland – Daevayasna

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Mit From the Vastland begeben wir uns heute wieder in orientalischere Gefilde, denn das Ein-Mann-Projekt stammt ursprünglich aus dem Iran, ist aber später nach Norwegen umgesiedelt und hat sich eine Live-Crew gesucht, in der Mitglieder von Morbid Angel, 1349 oder Gorgoroth zu finden sind. In seiner bislang 9-jährigen Karriere hat es der Einzelkämpfer Sina auf 5 Alben und eine EP gebracht. Das neuste Machwerk hört auf den Titel „Daevayasna“ und erschien 2018.

Thematisch handelt das Album, so wie das restliche Schaffen der Band, von persischer und mesopotamischer Mythologie, musikalisch erinnert dagegen nichts an die orientalische Thematik und so klingt das Album nicht wie von mir vermutet nach AlNamrood, sondern nach melodischem Black Metal mit ordentlich Tempo und Präzision. Roh sägende Gitarren liefern treibende Melodien und schneidende Riffs, die sofort packend nach vorne pushen und mich dabei stark an tschechische Bands wie Naurrakar oder Sekhmet erinnern und zielgenau messerschafe Salven abfeuern. Dabei unterstützt wird der Reigen durch donnernde Drums, die mit Blasts verhindern, dass Ruhe einkehrt. Zumindest für den größten Teil des Albums, denn die Band versteht es auch okklut-rituelle Breaks einzubauen, die die Atmosphäre álà Mephorash verdichten ohne zu arg zu triefen, was wohl vor allem am Keyboard-Verzicht liegen dürfte. Dafür gibt es semi-cleane „Ritualgesänge“, die das Album in den ruhigen Momenten immer wieder durchziehen während dissonantes Gitarrenzupfen von seichten Riffs und gediegenem Drumming unterstützt wird. Abgesehen davon gibt es schnörkellosen Black Metal, der frostig und bestimmend, gleichsam aber auch ziemlich melodisch daher kommen kann. Wer was neues hören möchte, ist hier falsch, dafür wird altbekanntes sehr gut und fesselnd umgesetzt und so bleibt die dreiviertel Stunde ziemlich spannend und atmosphärisch gut ausgefüllt.

From the Vastland knüppelt klassischen, frostigen und sägenden Black Metal ein, der zwar nix neues zu bieten hat, aber sein Handwerk versteht und so mit kleineren ruhigen Momenten zwischen treibenden Riffs und Blasts für etwas Abwechslung sorgt, wobei auch das Songwriting sich dem Korsett angemessen um Freiräume bemüht. „Daevayasna“ klingt dabei typisch schwarzmetallisch, aber nicht altbacken und kann mit seiner kraftvollen Produktion auch den letzten Zweifler überzeugen.

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