Tannöd – In dunkler Stunde

Tannod - in dunkler stunde

Nachdem von mir vor Kurzem die Band Rex Verminorum vorstellen durfte (bzw ihr erstes Machwerk) ist es heute an der Zeit eine Band vorzustellen, die ähnlich anonym unterwegs ist..naja gut, man weiß, dass die Herren aus Bayern kommen und ein paar Infos zur Produktion des Albums sind auch zu finden, aber über die Mitglieder an sich ist nichts bekannt, bewusst, denn laut Bandaussage soll die Kunst hier für sich allein sprechen. 2014 gegründet lieferte das Kollektiv Tannöd 2017 eine erste Split mit anderen Bands aus der Alpenregion (international) vor und im Oktober 2018 folgte dann mit „In dunkler Stunde“ das erste Album.

Nach kurzem Ambient-Intro legt die Band furios los und liefert ein Album voller interessanter Momente und etlicher Black-Metal-Spielarten. Mal klassisch nordisch, mal melodisch deutsch, mal episch, ja fast schon Pagan anmutend und immer auf ziemlich hohem Niveau. Dichte Riffs mit ruppiger Produktion durchziehen die Songs und groovende Drums sorgen für ein schleppendes bis gelegentlich stürmisches Grundgerüst, das viel Abwechslung bietet. Dabei liegt das Hauptaugenmerk des Songwritings auf drückendem, energiegeladenem Black Metal mit Hang zur Epik und Melancholie. Kalte Riffs treffen auf bereits erwähnte Drums, die mal mehr mal weniger furios blasten, und biestig keifende Vocals. An sich typisch Black Metal, nichtsdestotrotz schafft es die Band durch Abwechslung und das häufige Wechseln von Riffs, das Album spannend zu halten ohne an der Atmosphäre einzubüßen. Selbige wird nicht nur durch den dichten Gitarrenreigen sondern auch durch die erhabenen Keyboards, die wohl Chöre imitieren, kreiert und verdichtet, was dem Ganzen immer wieder einen Hauch Pagan Black mit auf den Weg gibt. Das wird durch einige Melodien hier und da noch weiter ausgearbeitet, aber so richtig heidnisch wirds doch nie, also nix mit Kitsch, voluminösem Klargesang und Flöte…na gut, letztere wird gelegentlich von den Keyboards angestimmt. Lediglich „Nornensang“ baut das Thema spürbar weiter aus und zeigt ein weiteres Mal wie viel das Album doch zu bieten hat. So gibt es neben ebenjenem Song auch den klassisch schwarzen Knüppelsong „Ohne Wiederkehr„, Black’n’Roll mit „Bis zum letzten Tag“ und zum Abschluss mit dem 10-minüter „Traumverloren“ einen bisweilen schleppenden, Ambient-lastigen Brocken, der durch schnellere Parts aufgelockert wird. Durch die einheitliche Produktion mit kratzigen Gitarren und druckvollem Sound passt das alles noch wunderbar zusammen und lässt das Album wirklich wie ein Album wirken.

Tannöd liefern mit „In dunkler Stunde“ ein Album, das klassischen Black Metal mit anderen Spielarten und Einflüssen auffrischt ohne sich vom melancholischen, epischen Grundcharakter des Bandsounds weit zu entfernen. Trotz dieser doch einigermaßen vorhandenen Kompaktheit gibt es hier etliches zu entdecken und dürfte sowohl den Puristen als auch den etwas spielfreudigeren Black Metal-Fan zu überzeugen wissen. Möge das Kollektiv noch lange musizieren.

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