Absolutum – I

Absolutum I

Heute präsentiere ich euch mal wieder eine Band, die mir persönlich sehr am Herzen liegt. Das liegt vor allem daran, dass dieses deutsche „All-Star-Projekt“ neben Valborg- und Total Negation-Mitgliedern auch den Herrn Feddern von Fäulnis am Mikro vorweist. 2018 legte man unter der Besetzung mit dem schlicht „I“ betitelten ersten Demo ein erstes Lebenszeichen unter dem Absolutum-Banner vor auf das demnächst das zweite folgen soll. Grund genug mal in das Erstlingswerk reinzuhören.

Mit den fünf Songs, die sich auf dem Demo finden lassen, kommt die Kassette auf gut 15 Minuten, wovon etwa eine Minute für das Intro anfällt. Auch hier wird wieder schlicht von „I“ bis „V“ durchnummeriert und auch bei den Texten wird an Worten gespart und dafür Fäulnis-artig Worte vor sich hin gerotzt. Musikalisch gibt es die volle Breitseite norwegischen 90er Black Metals mit verwaschen-dreckiger Produktion, Blast-Beat-Dauerfeuer und frostigen, sägende, kakophonen Riffs, die durch Mark und Bein schneiden. Dazu geseelen sich ganz entfernt im Hintergrund, noch hinter dem Kratzen der Gitarren, ein seichter Hauch von Keyboards, die düster und geheimnisvoll die Atmosphäre weiter verdichten und so zu einem extrem dichten und packenden Black Metal-Gesamtsound beitragen. Natürlich wird das Rad nicht neu erfunden, die Band sieht sich eher als Tribut an die 2. Welle, aber das auf unglaublich hohem Niveau. Jedes schwarze Riff sitzt, der Frost zieht langsam am Bein hoch und die dichte, dunkle Wand bricht über dem Hörer herein. Als Krönung gibt es von Seuche unglaublich abgefuckte, versiffte, verrottende Vocals, die klingen wie eine noch räudigere, punkigere Version von Nocturno Culto. Selten 90er Black Metal mit grantigerer, abgefuckteren Vocals gehört als das was Seuche bei Absolutum da rauskotzen. Nicht zuletzt dadurch wird das Demo zu einem giftigen Hassbatzen, der tief ins Fleisch schneidet und dabei noch eine kleine Brücke zu den aktuellen Bands der beteiligten Musikern schlägt ohne das Grundthema der Truppe zu „verwässern“.

Absolutum zollt der zweiten Welle seinen Tribut und schafft es dabei nicht zuletzt durch die abgefuckten Vocals ein gewisses Alleinstellungsmerkmal beizubehalten und eine Brücke zu den Bands der Musiker zu schlagen. Dabei wird darauf geachtet, dass der Charakter der norwegischen Szene erhalten bleibt und mit vollstem Herzen und Ehrgeiz wiederbelebt. Absolutum liefert auf dem ersten Demo ein extrem ambitioniertes Werk ab, dass thematisch wie musikalisch voll ins Schwarze trifft und das auf einem Niveau wie man es nicht oft hört. Wenn das zweite Demo in die selbe Kerbe schlägt, kann man auch damit nichts verkehrt machen!

Links:

Bandcamp    Metal-Archives

 

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