Overtures – Artifacts

cover

Heute begeben wir uns mal wieder nach Italien, diesmal zu Quintett Overtures. Bereits seit 2003 unterwegs legten die Herren mit „Artifacts“ ihr bereits viertes Album vor. Damals war die Truppe noch als Quartett unterwegs, seither wurden allerdings 2 neue Recken in die eigenen Reihen aufgenommen und einer verabschiedet. Vor allem was Gitarristen angeht ist der Schund hier recht groß, sind doch bereits 4 Gitarristen wieder ausgestiegen, so auch hier.

Schaut man sich das Artwork der Scheibe an, denkt man an Progressive Rock/Metal oder Core, aber an straighten Metal denkt man dabei eher weniger. Umso mehr ist man überrascht, wenn man die 11 Songs das erste Mal hört. In Wahrheit erwartet einen nämlich gut eine Stunde feinsten melodischen Heavy Metals, der mit glasklarer Produktion und viel Epik gespickt wurde. Das melodisch müsste man eigentlich groß schreiben, denn bei dieser Truppe reiht sich eine großartige, fesselnde Melodie an die nächste, allerdings immer mal wieder durch ein saftiges, kraftvolles Riff unterbrochen. Dabei zeigen sich die Songs aber überraschend druckvoll und beherbergen kraftvolle Riffs, die zwischen klassischem Heavy Metal und leichten Power Metal-Anklängen schwanken. Dadurch, dass das Hauptaugenmerk auf epischen, packenden Melodien liegt, wird das Album zu einer extrem leichten und frischen Angelegenheit und verstärkt den Power Metal-Charakter ohne in poppigen Kitsch auszuarten. Stattdessen gibt es „massentauglichen“ Heavy Metal mit ordentlich treibenden Drums, furiosem Gitarrenspiel, bei dem nie Langeweile aufkommt, und einer Stimme, die so manch anderen vor Neid erblassen lässt. Dazu gesellen sich männliche Chöre und immer wieder an Klassik orientierte Keyboards. Dadurch erinnert das Ganze immer wieder etwas an Truppen wie Orden Ogan oder Edguy. Um sich davon loszusagen streut Overtures immer wieder ein paar progressive Segmente ein, die dabei allerdings nicht an Kraft einbüßen, sondern nur etwas die Komplexität etwas nach oben schrauben ohne den Ohrwurm-Charakter und die Eingängigkeit groß zu beeinflussen. Als finalen Bonus gibt es noch eine neue Version ihres Songs „Savior„, der sich ebenfalls nahtlos in die Scheibe einfügt und damit nochmal einen schönen Schlussakzent setzt

Mit „Artifacts“ lieferten Overtures 2016 ihr bislang ambitioniertes und reifstes Werk ab, dass auf bewährte Mittel setzt und doch einiges verbessert. Damit dürften sich die Italiener endlich auf das Radar der Metal-Gemeinde gespielt haben, denn die Mischung aus epischem und sehr melodischem Heavy Metal mit leichten Power Metal-Anleihen und dieser gewissen Komplexität steht den Herren sehr gut zu Gesicht. Noch dazu vermeiden sie es in seichte Rock-Gefilde abzudriften, sondern bleiben saftig, kraftvoll und drückend. Sehr schöne Scheibe!

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